Mannesmann-Prozess Etappensieg für Ackermann


Die Staatsanwaltschaft lässt den Vorwurf fallen, der Deutsche-Bank-Chef habe die Mannesmann-Hauptversammlung im Juni 2000 über die Finanzierung der Millionenprämien für die Unternehmensspitze belogen.

Etappensieg für Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann im Mannesmann-Prozess: Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat den Vorwurf fallen gelassen, Deutschlands mächtigster Banker habe die Mannesmann-Hauptversammlung im Juni 2000 über die Finanzierung der Millionenprämien für die Unternehmensspitze belogen. Staatsanwalt Johannes Puls zog am Mittwoch entsprechende Beweisanträge zurück. Sie seien durch Nachermittlungen der Staatsanwaltschaft hinfällig geworden.

Ackermann hat nicht gelogen

Die Staatsanwaltschaft hatte Ackermann vorgeworfen, er habe auf der Hauptversammlung wider besseres Wissen behauptet, die Millionenprämien für Mannesmann-Chef Klaus Esser, Ex-Aufsichtsratschef Joachim Funk und andere leitende Mannesmann-Mitarbeiter würden vom britischen Mobilfunkkonzern Vodafone durch den Verzicht auf die ihm als Mehrheitsaktionär zustehende Dividende finanziert.

Ackermann-Verteidiger Klaus Volk sagte in einer ersten Stellungnahme: "Das ist eine komplette Niederlage der Staatsanwaltschaft." Die Rücknahme des Lügenvorwurfs sei das "Eingeständnis von fahrlässigen, unvollständigen Ermittlungen".

Vorwurf der falschen Anschuldigungen

Die Ackermann-Verteidiger hatten zuvor beim Düsseldorfer Justizminister Wolfgang Gerhards wegen des Lügenvorwurfs bereits Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Staatsanwälte Johannes Puls, Lothar Schroeter und Dirk Negenborn eingelegt. Die Verteidiger warfen den Anklagevertretern vor, gegen die Grundregeln eines fairen Verfahrens verstoßen zu haben. Mit falschen Anschuldigungen und verleumderischen Beweisanträgen lege es die Staatsanwaltschaft bewusst darauf an, das Ansehen des mächtigsten deutschen Bankiers zu beschädigen.

Bei ihren Nachermittlungen hatte die Staatsanwaltschaft den Notar der damaligen Hauptversammlung telefonisch befragt. Dies habe dazu geführt, dass die anfänglichen, Ackermann belastenden Schlussfolgerungen hinfällig geworden seien, hieß es in Düsseldorf.

Ungerechtfertigte Abfertigungen

Im Mannesmann-Prozess müssen sich neben Ackermann, Esser und Funk auch der frühere IG-Metall-Chef Klaus Zwickel, der frühere Gesamtbetriebsratschef Jürgen Ladberg und ein weiterer Manager wegen des Vorwurfs der "gemeinschaftlichen Untreue in einem besonders schweren Fall" beziehungsweise Beihilfe dazu verantworten. Sie sollen laut Anklage die 180 Milliarden Euro teure Übernahme von Mannesmann durch den Mobilfunkriesen Vodafone Anfang 2000 genutzt haben, um Managern und Ex-Vorständen des Unternehmens ungerechtfertigte Abfindungen in Höhe von fast 60 Millionen Euro zuzuschieben.

DPA

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