Maximilian Hofmeister Augsburger Richter urteilt über Holger Pfahls


Erst kürzlich scherzte der Richter in einer Verhandlungspause des Strauß-Prozesses: Sollten Holger Pfahls und Karlheinz Schreiber der Augsburger Justiz in die Fänge gehen, werde er seinen Dienst quittieren und Bademeister werden.

Nun wird mit Pfahls unweigerlich ein weiteres Großverfahren auf ihn zukommen. Maximilian Hofmeister (55), hat im Ermittlungskomplex zu dem nach Kanada geflüchteten Waffenhändler Schreiber bereits zwei Thyssen-Manager zu Haftstrafen verurteilt. Für diesen Donnerstag ist sein Urteil über Strauß angesetzt. Würde Schreiber von Kanada ausgeliefert werden, säße der Waffenlobbyist auf der Anklagebank vor Hofmeister. Alle Verfahren im Komplex Schreiber laufen beim Landgericht Augsburg, weil in dessen Zuständigkeitsbereich Schreibers letzter deutscher Wohnsitz lag.

Sieht sich als Menschenfreund

Der Schwabe Hofmeister bezeichnet sich selbst als Menschenfreund. Für ihn gelte kein Schwarz-Weiß-Schema: "Es gibt nicht nur Gute und Böse, jeder Gute hat ein bisschen was Böses und der Böse auch Gutes", erklärt er seine Lebensphilosophie. Als Richter sei für ihn die Gleichbehandlung der Menschen oberstes Gebot.

Hofmeister ist ein erfahrener Jurist und in die komplizierte Materie des Schreiber-Verfahrens bestens eingearbeitet. Im Umgang stets freundlich bis ironisch, ist er in der Sache hartnäckig und im Urteil unbeeinflussbar klar. Auch andere dicke Prozess-Brocken hat er souverän bewältigt: den Müllskandal um das Augsburger Klinikum, den Zusammenbruch der Kreissparkasse Schwabmünchen und den Augsburger Bestechungsskandal in der Stadtverwaltung.

Wäre gern Journalist geworden

Der 55-jährige Jurist ist seit rund zehn Jahren Richter am Landgericht Augsburg, seit etwa sieben Jahren Vorsitzender Richter der Wirtschaftsstrafkammer. Den Prozess gegen Max Strauß führte Hofmeister mit gelassener Souveränität und großer Sachkenntnis. Alle wesentlichen Punkte der 175 Aktenordner mit mehr als 30.000 Seiten hat er im Kopf. Hofmeister wäre gerne Journalist geworden, doch sein Vater war der Meinung, er sollte nach dem Abitur erst einmal Jura studieren. Später konnte der literaturbegeisterte Richter dann doch Leidenschaft und Profession verbinden: Er wurde neben seinem Richteramt Pressesprecher am Landgericht.

Nikolaus Dominik, dpa DPA

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