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Frankreich "Alles innerhalb von sieben Kilometern ist tot": Nestlé hat Ärger wegen Fisch-Massensterben

Frankreich: In dem französischen Fluss Aisne kam es zu einem Fisch-Massensterben (Symbolbild)
In dem französischen Fluss Aisne kam es zu einem Fisch-Massensterben (Symbolbild)
© Heiko Kueverling/ / Picture Alliance
Der Nestlé-Konzern gerät immer wieder in die Schlagzeilen. Aktuell droht Ärger in Frankreich: Eine Milchpulver-Fabrik soll dort ein Fisch-Massensterben ausgelöst haben.

Es sind erschreckende Bilder: Tausende tote Fische mussten in den letzten Tagen aus dem Fluss Aisne in Nordfrankreich geborgen werden. Verantwortlich soll eine Fehlfunktion in einer Fabrik des Lebensmittelgiganten Nestlé sein. Jetzt droht dem Konzern Ärger.

"Innerhalb eines Bereichs, der sieben Kilometer lang und 30 Meter breit ist, ist alles tot", berichtet Michel Adam, Präsident des Fischereiverbandes der Ardennen, gegenüber der "BBC". "Wir haben bereits drei Tonnen toter Fische geborgen. Aber es sind immer noch welche im Wasser. Es sind gut 14 Arten betroffen, darunter auch geschützte wie Aale und Neunaugen." Bei Facebook hat der Verband die Bergung der toten Tiere über drei Tage dokumentiert.

Mit Keschern gingen die Mitglieder den Fluss ab, sammelten die verendeten Tiere händisch ein. Die übrig gebliebenen Kadaver werde man der natürlichen Verwesung überlassen, heißt es in einem Post. "In 40 Jahren im Verband habe ich noch nie so eine Verschmutzung gesehen", sagte Adam der "BBC". Mit einem eigens errichteten Damm soll eine weitere Ausbreitung  verhindert werden.

Nestlé-Fabrik bestätigt Ausfluss von Klärschlamm

Verantwortlich für das Massensterben ist eine chemische Veränderung im Fluss. Weil sich der Sauerstoffgehalt änderte, konnten die Tiere nicht überleben – und erstickten letztendlich, erklärte die örtliche Präfektur am Dienstag. Eine Milchpulverfabrik in der Stadt Challerange wird nun mit dem Vorfall in Verbindung gebracht.

Es habe in einer Kläranlage der Fabrik einen "vereinzelten und unfreiwilligen Überlauf von biologischen Schlamm, der keine Chemikalien beinhaltete" gegeben, erklärte der Konzern in einem Statement. "Sobald wir am Samstag darüber informiert wurden, haben wir die Produktion eingestellt, um das Auslaufen zu verhindern", sagte er "Franceinfo". Den Angaben des Konzerns zufolge habe der Vorfall nur drei Stunden gedauert, die Arbeit in der Fabrik ruhe nun einige Tage.

Jetzt droht dem Konzern deswegen Ärger. Der Fischerei-Verband habe eine Beschwerde wegen Umweltverschmutzung und Verstößen gegen Umweltgesetze eingereicht, bestätigte er der "BBC".

Quelle: BBC, Facebook, Franceinfo


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