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ADAC versus Ölkonzerne: Benzin-Notstand? "Panikmache"

Die Ölkonzerne hatten gewarnt, bislang ist der Benzin-Notstand an den Tankstellen aber ausgeblieben. "Panikmache", schimpft denn auch der ADAC. Die Furcht vor dem Mangel treibt seltsame Blüten.

Der Notstand blieb bislang aus: Über Ostern ist es nach Angaben des ADAC nicht zu Engpässen beim Benzin in Deutschland gekommen. Entsprechende Berichte seien "Panikmache" gewesen, sagte ein Sprecher des Autoclubs am Montag.

Zuvor hatten mehrere Mineralölkonzerne die Befürchtung geäußert, es könne wegen der Probleme mit dem neuen E10-Benzin, dem Feiertags-Fahrverbot für Tanklaster und der Umstellung von Winter- auf Sommerkraftstoff zu Engpässen kommen. Eine Sprecherin des Energiekonzerns Shell hatte der "Welt am Sonntag" gesagt, an den Tankstellen des Unternehmens könne es in den kommenden Tagen "punktuell zu Leerständen" kommen. Am Montag gab sie dann Entwarnung: "Die Lage ist bei weitem nicht so kritisch wie befürchtet." Auch Sprecher der Konzerne Aral und Esso hatten Engpässe befürchtet. Demnach kämpft die Mineralölwirtschaft mit logistischen Problemen, weil viele Autofahrer weiterhin nicht den neuen umstrittenen Kraftstoff E10 tankten.

Wo der Liter Super 9,99 kostet

Hinzu kommt den Angaben zufolge die derzeitige Umstellung der Tankstellen von sogenanntem Winter- auf Sommerbenzin, in dem sich bei höheren Temperaturen weniger Dampfblasen bildeten. Die Umstellung sei vor allem deshalb kompliziert, weil das Osterfest mit seinen Fahrverboten für Tanklastwagen und seinem hohen Verkehrsaufkommen in diesem Jahr nur eine Woche vor dem Umstellungsstichtag liege. Dazu sagte der ADAC-Sprecher, das Fahrverbot für die Tanklaster habe es bereits in den vergangenen Jahren gegeben. Die Umstellung von Winter- auf Sommerbenzin sei deshalb kein Problem, weil diese allmählich vor sich gehe. "Das ist ein schleichender Prozess." Denkbar sei allenfalls, dass Benzin vorübergehend an einzelnen Standort knapp werde.

Dieser Fall trat in einer Esso-Tankstelle im baden-württembergischen Filderstadt auf. Dort stieg der Preis für den Liter Super kurz nach Mitternacht auf satte 9,99 Euro. Das sollte die Kunden vom Tanken abhalten, weil nur noch wenig Super da war. Trotzdem tankten zwei Kunden und fielen an der Kasse aus allen Wolken. Eine Frau sollte für 20 Liter Superkraftstoff rund 200 Euro bezahlen. Ein anderer Kunde tankte 10 Liter und sollte rund 100 Euro hinblättern. Beide weigerten sich zunächst, zu bezahlen und riefen stattdessen die Polizei. Der Mitarbeiter der Tankstelle war sich keiner Schuld bewusst. "Die Preise werden von der Zentrale eingestellt", sagte ein Polizeisprecher. Die Kunden bezahlten ihren Einkauf und hoffen nun auf eine gütliche Einigung mit der Geschäftsleitung der Tankstelle am Dienstag.

ben/AFP/DPA / DPA