HOME

Neue Zielgruppe: Amazon startet Taschengeld-Service für junge Kunden

Eltern können mit dem neuen Taschengeld-Service "Amazon Allowance" ihren Kindern künftig regelmäßig Einkaufsguthaben überweisen. So will der Konzern schon früh die Kunden von morgen an sich binden.

Amazon bindet neue Kunden: Durch das Taschengeld-Modell können Jugendliche mit dem Geld der Eltern bei dem Online-Händler shoppen.

Amazon bindet neue Kunden: Durch das Taschengeld-Modell können Jugendliche mit dem Geld der Eltern bei dem Online-Händler shoppen.

Der Online-Händler Amazon hat eine neue Geschäftsidee ausgetüftelt: Künftig können Eltern ihren Kindern eine Art Taschengeldkonto einrichten. In regelmäßigen Abständen, beispielsweise wöchentlich oder monatlich, zahlen die Eltern oder auch Großeltern auf das Konto ein - und die Kinder können bei dem Online-Händler shoppen. Mit diesem neuen Service will Amazon das Taschengeld digitalisieren.

Allerdings benötigt der Nachwuchs ein eigenes Kundenkonto bei Amazon. Das Taschengeld dürfen die Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahren nur gemeinsam mit einem Erziehungsberechtigten ausgeben, berichtet das Portal "Onlinehändler-News". In wie weit dies kontrolliert werden kann, ist allerdings fragwürdig.

Auch für Boni-Zahlungen denkbar

Der Taschengeld-Service unterscheidet sich zu den normalen Gutscheinen in der Regelmäßigkeit der Einzahlungen. "Es ist eine einfache Möglichkeit, um den Einkauf bei Amazon finanziell zu unterstützen, ohne dass Account- oder Kreditkartendaten geteilt werden müssen“, schreibt Amazon zu dem Dienst. Auch sei es möglich, mit dem besonderen Konto künftig Mitarbeitern Geschenke zu machen oder Boni auszuzahlen. Auch gibt es die Option auf diesem Wege Kredite zurückzuzahlen. Doch "Amazon Allowance" verstehe sich nicht als eigenständiger Zahlungsdienst wie beispielsweise Paypal, schreibt "Onlinehändler-News".

Neue Zielgruppe ansprechen

Bislang ist das Taschengeld-Konto nur in den USA verfügbar. Ob das Angebot auch auf Europa und vor allem Deutschland ausgeweitet wird, ist nicht bekannt. Jugendliche, die den Service nutzen wollen, müssen sich registrieren. Zahlungsdaten, wie beispielsweise Kreditkartennummer oder Bankdaten, müssen aber nicht hinterlegt werden.

Mit dem Taschengeld-Service rückt für Amazon aber vor allem eine potenziell jüngere Kundschaft in den Fokus - die man mit solch einem Dienst schon frühzeitig an das Unternehmen binden kann. Und: Kinder und Jugendliche sind längst zu einer kaufkräftigen Kundenklientel geworden. Allein die 6-13-Jährigen haben im Durchschnitt knapp 600 Euro jährlich zur Verfügung.

Katharina Grimm
Themen in diesem Artikel