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ARBEITSLOSIGKEIT: Aus Arbeitsamt soll Agentur für Arbeit werden

Der neue Chef der Bundesanstalt für Arbeit, Florian Gerster, will seine Behörde in »Bundesagentur für Arbeit« umbenennen.

Gerster will Namensänderung

Der neue Chef der Bundesanstalt für Arbeit, Florian Gerster, will seine Behörde in »Bundesagentur für Arbeit« umbenennen. »Da klingt Aktivität an. Mir geht es nicht um die Verwaltung von Arbeitslosigkeit«, sagte der Sozialdemokrat der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«. Der Name Bundesanstalt erinnere an Obrigkeitsstaat und Sozialfürsorge. Mit dem neuen Namen wolle er deutlich machen, »dass wir auf Distanz dazu gehen«. Auf örtlicher Ebene sollen die Arbeitsämter künftig »Agenturen für Arbeit« heißen.

Der zunächst für fünf Jahre gewählte Vorsitzende eines dreiköpfigen Vorstands kündigte an, er werde schon in den nächsten Wochen erste Umsteuerungen in Angriff nehmen. Grundlegende Änderungen werde es in dieser Legislaturperiode zwar noch nicht geben. Doch sei einiges jetzt schon möglich. So müsse Personal umgeschichtet werden. Es gehe einfach nicht, dass in der Arbeitsvermittlung im engeren Sinne nur rund zehn Prozent der Beschäftigten tätig seien.

Erste Umsteuerungen für die nächsten Wochen angekündigt

Gerster betonte, er »jede Woche ein Arbeitsamt besuchen und damit in Ostdeutschland anfangen«. Für bestimmte innovative Instrumente werde er Beauftragte bis in die örtlichen Arbeitsämter hinein installieren: »Die sollen persönliche Vorteile haben, wenn sie etwas voranbringen.«

Der Chef der Bundesanstalt sprach sich für begrenzte Deregulierung auf dem Arbeitsmarkt aus. Wenn Beschäftigung für einfach qualifizierte Menschen mit einer Kombination von Arbeitsentgelt und Sozialhilfe auf Dauer attraktiv würde, wäre das ein wichtiger Reformschritt. Aber Deregulierung dürfe nicht auf das Kernarbeitsverhältnis übertragen werden. Er rate auch dazu, bei der Lockerung des Kündigungsschutzes extrem vorsichtig zu sein, sagte Gerster.

Auf die Frage, ob er auch mit einem Kanzler Edmund Stoiber gut zusammenarbeiten könnte, sagte Gerster: »Ich stehe trotz meiner SPD-Mitgliedschaft neben den Parteien. Wenn mich die CSU zu einem Parteitag einlädt, werde ich gerne kommen. Einer meiner ersten Antrittsbesuche wird beim bayerischen Ministerpräsidenten sein. Gleichwohl, mein Herz schlägt nicht nur körperlich links.«