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Autokrise: VW, Audi und Porsche drosseln Produktion

Der lange Zeit von der Branchenkrise unberührte Volkswagen-Konzern erwägt jetzt auch einen deutlich verlängerten Produktionsstopp zu Weihnachten. Dies dürfte auch Auswirkungen auf die Zulieferer haben. Audi und Porsche wollen ebenfalls die Produktion drosseln.

Volkswagen wird wegen der Absatzkrise auf dem Automarkt voraussichtlich eine längere Weihnachtspause in seinem Wolfsburger Stammwerk einlegen. Allerdings müssten die zuständigen Stellen noch zustimmen, sagte ein Sprecher am Dienstag in Wolfsburg. Die Betriebsratsgremien wollen darüber an diesem Mittwoch abschließend beraten. Kürzer treten werden auch die VW-Tochter Audi und Porsche.

Zur Debatte steht, bei VW die Bänder vom 18. Dezember bis zum 11. Januar stehenzulassen, also für gut drei Wochen. Die Beschäftigten sollen dann Urlaub nehmen oder ihre Überstundenkonten abbauen. Alle in Wolfsburg gefertigten Modelle seien in die Überlegungen einbezogen, sagte eine Sprecherin. Im Stammwerk werden der Golf und der Golf Plus sowie Tiguan und Touran bei der VW-Tochter Auto 5000 gefertigt. Im vorigen Jahr hatte VW vom 24. Dezember bis 8. Januar Weihnachtsferien.

Werke in Kassel und Salzgitter müssten nachziehen

Falls es zu einem Stopp der Bänder in Wolfsburg kommt, müssten aller Voraussicht nach auch die Zulieferwerke etwa in Kassel oder Salzgitter nachziehen. Daimler und BMW haben bereits teilweise die Bänder angehalten oder lange Zwangsferien angekündigt.

VW hatte bei der Vorlage seiner Neun-Monats-Zahlen Ende Oktober bereits angekündigt, die Weihnachtspause möglicherweise zu verlängern, um die Produktion an die sinkende Nachfrage anzupassen und nicht auf Halde zu produzieren. Der Autobauer sieht sich bisher von der Krise weniger betroffen als viele Konkurrenten. 2009 stehen aber der gesamten Branche harte Zeiten bevor.

VW-Chef Martin Winterkorn will daher alle Investitionen auf den Prüfstand stellen und konsequent die Kostenbremse anziehen. Winterkorn setzt vor allem auf kleinere, spritsparende und umweltschonende Modelle, um die Krise besser zu überstehen als die Wettbewerber. Auch VW werde mit dem sinkenden Autoabsatz vor allem in den USA und Westeuropa zu kämpfen haben, räumt das Unternehmen ein. Seinen weltweiten Marktanteil will der Autobauer aber dennoch ausbauen.

Audi: Weihnachtspause um zwei Tage verlängert

Unterdessen folgt Audi der Konzernschwester VW und lässt die Produktion wegen der Autokrise über Weihnachten ebenfalls länger ruhen. Je nach Modell sollen die Bänder im Werk Ingolstadt am 18. beziehungsweise 19. Dezember angehalten und am 9. Januar wieder angefahren werden, sagte ein Unternehmenssprecher am Dienstag. Damit dauert die Weihnachtspause zwei Tage länger als sonst üblich. Die Produktionsunterbrechung sei vorausschauend und nicht aufgrund von Verkaufsrückgängen beschlossen worden, betonte Audi. Die Auftragslage sei stabil.

Sportwagenbauer Porsche fährt wegen der Absatzflaute ebenfalls seine Produktion herunter. Porsche könne sich dem aktuellen Abwärtstrend in der Automobilindustrie nicht entziehen, teilte der Stuttgarter Hersteller mit. Am vergangenen Freitag sei im Stammwerk Zuffenhausen kein Auto produziert worden, bis Ende Januar werde es sieben weitere Ausfalltage geben. Kurzarbeit sei nicht notwendig, da die Arbeitszeitkonten der Mitarbeiter gut gefüllt seien.

DPA/AP / AP / DPA