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Bahn-Chef: Steht Mehdorn vor der Ablösung?

Für Bahn-Chef Hartmut Mehdorn waren die letzten Wochen nicht leicht: ein verpatzter Börsengang, umstrittene Fahrpreiserhöhungen, dann die Entrüstung über seinen Schmähbrief. Laut "Bild"-Zeitung sucht die Regierung bereits einen Nachfolger.

Trotz der Rückendeckung von Bundeskanzler Gerhard Schörder sucht die Bundesregierung einem Zeitungsbericht zufolge nach einem Kandidaten für eine Nachfolge des umstrittenen Bahn-Chefs Hartmut Mehdorn.

Als aussichtsreicher Kandidat für eine Nachfolge Mehdorns an der Spitze der Deutschen Bahn gelte der ehemalige Vorstandschef der Frankfurter Metallgesellschaft, Kajo Neukirchen, berichtete die "Bild"-Zeitung vorab aus ihrer Samstagausgabe unter Berufung auf Koalitionskreise. Zudem sei der frühere DaimlerChrysler-Manager Rolf Eckrodt im Gespräch. Trotz Kritik an seinem Führungsstil hatten sich am Freitag auch die Eisenbahnergewerkschaft Transnet und Verkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) hinter Mehdorn gestellt.

Verkehrspolitiker von CDU, FDP und Grünen hatten Mehdorn vor allem wegen seines Stils den Rücktritt nahe gelegt. Zudem sei er mit dem Projekt gescheitert, die Bahn vor der Bundestagswahl 2006 an die Börse zu bringen.

Bundesregierung dementiert Suche nach Mehdorn-Nachfolger

"Das ist eine Ente", sagte ein Regierungssprecher am Samstag zu einem entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung. Das Blatt hatte unter Berufung auf Koalitionskreise berichtet, als aussichtsreichster Kandidat für eine Nachfolge Mehdorns an der Spitze der Bahn AG gelte der frühere Chef der Metallgesellschaft, Kajo Neukirchen. Im Gespräch sei auch der der ehemalige DaimlerChrysler-Manager Rolf Eckrodt. Trotz Kritik an seiner Amtsführung hatten sich Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) und die Bahn-Gewerkschaft Transnet hinter Mehdorn gestellt. Verkehrspolitiker von Union, FDP und Grünen hatten dem Bahnchef wegen seines Stils und der Verschiebung des für 2006 geplanten Börsengangs den Rücktritt nahe gelegt.

Stolpe wollte sich in einem am Samstag vorab veröffentlichten Interview der "Bild am Sonntag" nicht auf das Jahr 2008 als Termin für den Börsengang der Bahn festlegen. "Das könnte 2008 passieren, das Datum ist aber kein Dogma", sagte der SPD-Politiker. Es sei genügend Zeit, die Bahn wettbewerbsfähig zu machen und aus der Verlustzone zu holen. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte einen Korridor zwischen 2006 und 2008 für die Privatisierung des Staatskonzerns genannt.

Stolpe mahnte die Bahn erneut, ihre Leistungen zu verbessern. "Zentral sind Pünktlichkeit, Verlässlichkeit, guter Service." Er sei sicher, dass die Verantwortlichen bei der Bahn wüssten, dass Verbesserungen notwendig seien, um das Vertrauen der Kunden zu gewinnen.

Reuters