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Barack Obama: "Kein Interesse, GM zu führen"

Mit deutlichen Worten hat US-Präsident Barack Obama unterstrichen, was bereits durchgesickert war: Die amerikanische Regierung wird die Autobauer General Motors und Chrysler nicht um jeden Preis retten. Die Insolvenz ist für Obama eine Option. Aber noch haben die Autobauer 60 Tage Zeit, ihn zu überzeugen.

US-Präsident Barack Obama will die beiden Autobauer General Motors und Chrysler nicht um jeden Preis vor der Insolvenz bewahren. Sie müssten möglicherweise Gläubigerschütz beantragen. Dies sei eine Option, um die Restrukturierung der Konzerne voranzutreiben und Schulden abzubauen, sagte Obama am Montag. Die Arbeit unter Gläubigerschutz sei jedoch nur für eine kurze Zeit denkbar und die Geschäfte sollten normal weiterlaufen.

Die US-Regierung wolle die Autobauer nicht untergehen lassen, werde jedoch nicht endlos Geld in den Sektor pumpen. "Um es klar zu sagen: Die US-Regierung hat kein Interesse, GM zu führen", sagte Obama. Der Abgang von GM-Chef Rick Wagoner zeige, dass der Konzern anerkenne, dass eine neue Ausrichtung nötig sei, sagte der Präsident. Die US-Regierung hatte Wagoner in der Nacht zum Montag aus dem Amt gedrängt und GM eine weitere Gnadenfrist von 60 Tagen gegeben.

Der Präsident gibt General Motors 60 Tage Zeit, um ein tragfähiges Sanierungskonzept vorzulegen. Erst dann will die US-Regierung über mögliche weitere Milliardenhilfen entscheiden. Bis dahin ist der Staat lediglich zu einem Überbrückungskredit bereit. Zugleich gab Obama am Montag in Washington offiziell den Rücktritt von GM-Chef Rick Wagoner bekannt. Nachfolger ist Konzernvize Fritz Henderson, der bereits als ehemaliger Europa- Chef drastische Sparmaßnahmen durchgesetzt hatte.

Obama gab sich sicher, dass GM eine Überlebenschance habe. "Ich bin überzeugt, dass GM wiederaufsteigen kann, vorausgesetzt, dass GM eine grundsätzliche Umstrukturierung durchmacht." Die bisher vorgelegten Sanierungspläne seien aber nicht ausreichend. Die Sanierung von GM ist auch für das Überleben von Opel entscheidend. Die Bundesregierung betont, sie sei zu Hilfen für Opel nur dann bereit, wenn GM ein endgültiges Sanierungskonzept vorlegt.

Für den taumelnden Autohersteller Chrysler sieht Obama keine Chance, alleine zu überleben. Die frühere Daimler-Tochter erhält 30 Tage Zeit, um einen Plan vorzulegen, wie die angestrebte Partnerschaft mit dem italienischen Autobauer Fiat zu verwirklichen ist.

Reuters/DPA / DPA / Reuters