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Nach Ekel-Skandal bei Burger King: Yi-Ko-Chef will Filialen wieder flott machen

Das "Team Wallraff" deckte den Ekel-Skandal bei Burger King auf. Die Konzernspitze entzog dem Franchisenehmer Yi-Ko die Lizenz - jetzt könnte es mit einem der umstrittenen Partner weitergehen.

Offenbar hat sich Burger King mit einem der Franchisenehmer von Yi-Ko geeinigt.

Offenbar hat sich Burger King mit einem der Franchisenehmer von Yi-Ko geeinigt.

Es war der Mega-Skandal der Fast-Food-Branche im vergangenen Jahr. Das Team um den Enthüllungsjournalisten Günter Wallraff hatte in einigen Burger-King-Filialen unfassbare Ekel-Zustände und Abzocke der Mitarbeiter aufgedeckt. Hinter den Restaurants mit den Hygieneverstößen: Der Franchisenehmer Yi-Ko.

Nun scheint es, dass die Burger-Kette weiterhin einem der umstrittenen Franchisenehmer vertraut. Alexander Kobolov, einer der Partner von Yi-Ko, könnte die verbleibenden 86 Restaurants weiterbetreiben. "Die Gespräche über die künftige Zusammenarbeit laufen noch", zitiert die "Welt" beide Verhandlungsseiten. Mittlerweile solle es nur noch um die Ausgestaltung einer Zusammenarbeit gehen.

Ekel-Skandal mit Folgen

Der Skandal in den Yi-Ko-Filialen hatten das Franchiseunternehmen in die Insolvenz gestürzt. Vor allem die beiden Partner von Yi-Ko, Alexander Kolobov und Ergün Yildiz, standen am Pranger. Sie wurden als Chefs der Filialen für die schlimmen Zustände verantwortlich gemacht. Burger King hatte Yi-Ko die Lizenz entzogen. Die Zukunft der Mitarbeiter war seit dem Herbst 2014 ungewiss. Nun legt Kobolov einen Neustart hin.

Neuanfang mit Yi-Ko

Der Franchiseunternehmen Yi-Ko ist Geschichte - und somit auch Ergün Yildiz. KRG Foodservice, so nannte Kobolov die alte Franchisefirma einfach um. Seit Jahresbeginn hat der Russe, der in Russland rund 250 Burger-King-Filialen und eine der größten Kaffeehaus-Ketten des Landes betreibt, rund 15 Millionen Euro investiert. Zunächst wurde der Insolvenzantrag zurückgezogen. Und auch Burger King ist mit der aktuellen Entwicklung zufrieden. "Die neue Geschäftsführung achtet darauf, dass die Mitarbeiter nach Tarif entlohnt und die Verträge eingehalten werden", zitiert die "Welt" einen Sprecher der Burger-Kette.

Das überrascht, denn lange sah es so aus, als ob Burger King einen radikalen Neuanfang ohne Yi-Ko-Altlasten plane. Auch der Insolvenzantrag spielte dem US-Unternehmen dabei in die Hände, schließlich hätte sie bei einer Pleite den umstrittenen Chef ersetzen und die Filialen entweder an einen neuen Franchisenehmer geben oder die Restaurants aufteilen können. Zwar betreiben Franchisenehmer ihre Burger-King-Restaurants unabhängig - doch behält die Konzernmutter Einfluss durch die Lizenzvergabe.

Nun ist die Insolvenz vom Tisch - doch Kobolov fehlt immer noch die dauerhafte Lizenz. Nun wirbt er für sich und seine Neuausrichtung. "Im Laufe der letzten zwei Monate haben wir die Grundlagen für unseren zukünftigen gemeinsamen Erfolg gelegt", schreibt er in einer internen Mitarbeiter-Info, die der "Welt" vorliegt. Auch ein neues Managerteam hat er an Bord geholt. Darunter Denis Korablijov, der als ausgewiesener Branchenkenner gilt und auch schon bei McDonald's gearbeitet hat.

"Burger King muss Härte zeigen"

Aber warum knickt Burger King jetzt ein, nachdem sich der Konzern lange gesperrt hat, einem der Yi-Ko-Partner die Zügel in die Hand zu legen? Der Deutsche Franchise-Verband sieht auch die mangelnde Bereitschaft zur Selbstständigkeit in Deutschland als Grund. Es fehle schlicht an interessierten Gründern.

Ob Kobolov den US-Konzern wirklich überzeugen kann, wird sich nach monatelangen Streits erst zeigen, wenn Burger King die Lizenz wieder vergibt. Auf der Facebook-Seite "Fair bei Burger King", die von der Gewerkschaft betrieben wird und schon während des Ekel-Skandals gerade die Mitarbeiter in den betroffenen Filialen unterstütze, sind die Meinung geteilt. "Durch die 'Neugründung' ist aber noch keine BK-Lizenz erteilt. Hier hat Burger King allein die Möglichkeit Härte zu zeigen. Sollte auch nur eine Filiale an KRG gehen, hat BK jegliche Glaubwürdigkeit verloren", schreibt dort ein User.

kg