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Daimler-Chef Dieter Zetsche: "Ich kann auch mit fünf Millionen gut leben"

Die hohen Gehälter deutscher Manager sind schon länger in der Diskussion. Mit Daimler-Chef Dieter Zetsche hat beim "Baumwallgespräch" nun ein Spitzenverdiener einen möglichen Verzicht angedeutet.

Daimler-Chef Dieter Zetsche hat sich beim "Baumwallgespräch" zur Debatte um die Deckelung von Managergehältern geäußert: "Ich muss keine zehn Millionen verdienen, ich kann auch mit fünf Millionen gut leben", antwortete Zetsche auf die Frage von stern-Chefredakteur Dominik Wichmann, ob er sich gerecht bezahlt fühle - und erntete Gelächter.

Zetsche ging bei der Diskussionsveranstaltung des Verlagshauses Gruner + Jahr, zu dem auch der stern und stern.de gehören, sogar noch weiter: "Ich kann auch mit einer Million gut leben. Ich kann auch ab Morgen nichts mehr verdienen und gut leben."

Eine große Überraschung sind diese Aussagen allerdings nicht - schließlich verfügt der Top-Manager einem "Spiegel"-Bericht aus dem April 2013 zufolge über Pensionszusagen im Wert von 39,6 Millionen Euro.

Zetsche gegen Mindestlohn

Der Daimler-Chef behielt allerdings auch das andere Ende des deutschen Gehaltsgefüges im Blick: "Eine Gesellschaft, in der zu viele Menschen abgehängt werden und nicht teilhaben können an der Wohlstandsentwicklung, hat ein Problem, mit dem sie sich beschäftigen muss."

Trotzdem sprach sich Zetsche gegen einen Mindestlohn aus. Er wolle nicht an dem Grundprinzip rütteln, dass der Markt die Löhne regelt. Man müsse sich aber damit beschäftigen, wenn "nicht nachvollziehbare Gehälter am unteren Rand" gezahlt würden und eine schwierige Situation von Menschen ausgenutzt werde.

Daimler-Chef verteidigt Klaeden-Wechsel

In dem Gespräch äußerte sich der 60-Jährige ebenfalls zu der Empörung, die der Wechsel von Ex-Staatsminister Eckart von Klaeden zur Daimler AG ausgelöst hat: "Man kann sicherlich diskutieren, ob es sinnvoll ist, im direkten Anschluss oder mit einem halben Jahr Pause einen solchen Wechsel stattfinden zu lassen", sagte Zetsche.

Ihm sei jedoch kein einziger Punkt zu Ohren gekommen, der Klaedens Wechsel in Frage stellen würde. Einen solchen Schritt per se zu skandalisieren, halte er für einen Skandal an sich, fügte Zetsche hinzu. Er sprach sich grundsätzlich für einen stärkeren personellen Austausch zwischen Politik und Wirtschaft aus. Deutschland tue diesbezüglich viel zu wenig, andere Länder seien da weiter.

tkr mit Reuters