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Deutsche Bahn: Rekordzahlen - dank schneller Verbindungen

Die Deutsche Bahn hat im vergangenen Jahr mehr als 1,7 Milliarden Fahrgäste befördert - ein Rekord. Besonders gut liefen die schnellen Verbindungen, etwa zwischen Hamburg und Berlin. Billiger wird es deshalb nicht, im Gegenteil: Zum Jahresbeginn zogen die Preise kräftig an.

2006 hat die Deutsche Bahn so viele Passagiere wie nie zuvor befördert. "Wir hatten im Personenverkehr allein bis Ende November rund 1,7 Milliarden Fahrgäste, das waren 60 Millionen mehr als im Jahr zuvor", sagte Bahn-Vorstand Karl-Friedrich Rausch der "Berliner Zeitung". "Der Dezember ist zwar noch nicht exakt ausgezählt, aber soviel ist sicher: Wir haben 2006 einen neuen Kundenrekord aufgestellt."

Die Bahn sei vor allem auf den Strecken erfolgreich, auf denen sie die Fahrzeit deutlich verkürzen konnte, sagte Rausch. "Zwischen Hamburg und Berlin haben wir heute 10.000 Reisende am Tag, das sind 40 Prozent mehr als vor dem Start des neuen Angebotes. Zwischen Leipzig und Berlin sind heute täglich rund 5000 Reisende in den Fernzügen unterwegs - 20 Prozent mehr als vor der Fahrzeitverkürzung", sagte Rausch. In den letzten beiden Jahren seien rund 800 Millionen Euro in neue ICE-Züge investiert worden.

Pünktlichkeit lässt zu wünschen übrig

Probleme macht nach wie vor die Pünktlichkeit. Rausch verwies auf verstärkte Bauarbeiten nach der Fußball-WM und ein höheres Verkehrsaufkommen: "Das hat dazu geführt, dass wir auf einigen Strecken mit der Pünktlichkeit nicht zufrieden sein können."

Unterdessen stellte der EU-Verkehrspolitiker Ulrich Stockmann (SPD) Entschädigungen in Aussicht. Demnach könnten vom 1. Januar 2008 an Fahrgäste bei einer Verspätung von mindestens 60 Minuten ein Viertel des Fahrpreises zurückerhalten, bei mehr als zwei Stunden die Hälfte, sagte Stockmann, der Mitglied des Verkehrausschusses im Europa-Parlament ist, dem "Tagesspiegel". Der EU-Ministerrat müsse noch der EU-weiten Regelung zustimmen.

Preise um bis zu 5,6 Prozent gestiegen

Im Fernverkehr hatte die Bahn für Fahrten mit ICE und Intercity zum Jahresanfang die Preise im Schnitt um 5,6 Prozent angehoben. Darin ist die Mehrwertsteuererhöhung von 16 auf 19 Prozent enthalten. Im Regionalverkehr außerhalb von Verkehrsverbünden wurden die Tickets durchschnittlich 3,9 Prozent teurer.

DPA / DPA