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Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung Merkel zeigt sich von Hoeneß enttäuscht


Uli Hoeneß' Steueraffäre lässt kaum jemanden kalt - selbst die Kanzlerin lässt ausrichten, sie sei vom Bayern-Präsidenten enttäuscht. Im Blätterwald rauscht es. Hoeneß droht: "Das wird teuer".

Diese Quotenmeldung war keine Überraschung: Günther Jauchs Talk über Steuersünder Uli Hoeneß hat der ARD-Sendung die beste Einschaltquote seit Sendestart eingebracht. Das Interesse am Fall Hoeneß ist riesig: Alle großen Tageszeitungen hoben am Montag die Ermittlungen um den Bayern-Präsidenten und seine Selbstanzeige auf ihre Titelseiten.

Ja selbst auf höchster Regierungsebene sind die Verfehlungen Hoeneß' ein Thema. Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ über ihren Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin ausrichten: "Viele Menschen sind jetzt enttäuscht von Uli Hoeneß, die Bundeskanzlerin zählt auch zu diesen Menschen." Diese Enttäuschung sei natürlich umso größer bei jemandem, der für so viel Positives stehe.

Bayern-Präsident wird Doppelmoral vorgeworfen

Das Statement der Kanzlerin dürfte schon unangenehm genug sein. Vor allem aber wird dem Sittenprediger vom FC Bayern die aktuelle Berichterstattung zu schaffen machen. "Die Moral, die Hoeneß predigte, wird nun als Doppelmoral entlarvt", schreibt die "Welt". "Auch du Uli?", fragt der "Tagesspiegel" und spricht von einer "menschlichen Enttäuschung". Der im Visier der Steuerfahnder stehende Hoeneß will kurzfristig nichts mehr zu seinem Fall sagen und droht Medien mit juristischen Schritten. "Gegen die Exzesse in einigen Berichterstattungen werde ich mich anwaltschaftlich zur Wehr setzen", sagte er im "Münchner Merkur". Einer Münchner Zeitung kündigte er an: "Für die wird das richtig teuer." Er wies zudem darauf hin, dass er vorerst nichts zum schwebenden Verfahren sagen könne. "Ich werde einige Wochen ins Land ziehen lassen, ehe ich mich äußere."

Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt gegen den 61 Jahre alten Sportfunktionär und Unternehmer wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung, wie der "Focus" in seiner aktuellen Ausgabe schreibt. Das Nachrichtenmagazin, dessen Herausgeber Helmut Markwort dem Verwaltungsbeirat des FC Bayern angehört, berief sich auf Oberstaatsanwalt Ken Heidenreich und Hoeneß selbst. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sagte, schon seit längerem Kenntnis von dem Verfahren zu haben.

Fachleute gehen davon aus, dass die Angelegenheit erst nach Monaten geklärt werden kann. Bis dahin wird der Fall unweigerlich auch den deutschen Fußball-Rekordmeister begleiten.

kmi/DPA DPA

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