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Feste: Wirtschaftskrise beutelt auch den Karneval

Um die Rosenmontagszüge zu retten, müssen diesmal viele kleinere Karnevalsvereine tiefer in die Tasche greifen, da städtische Zuschüsse und Sponsorengelder gekürzt wurden.

Die Wirtschaftskrise macht auch vor der Fastnacht nicht Halt. Um die Rosenmontagszüge zu retten, müssen diesmal viele kleinere Karnevalsvereine tiefer in die Tasche greifen, da städtische Zuschüsse und Sponsorengelder gekürzt wurden. Auch die Narren in den Karnevalshochburgen Mainz und Düsseldorf sind vom Rotstift betroffen. Dagegen bleiben die Kölner Jecken von der Konjunkturflaute offenbar weitgehend verschont.

Köln schwimmt gegen den Trend

«Wenn es sein muss, verpfändet ein Kölner auch sein Bett, um feiern zu können», sagt der Vizepräsident des Festkomitees Kölner Karneval, Alexander von Chiari. Die Stadt Köln beteiligt sich auch in diesem Jahr wieder mit 150.000 Euro am Rosenmontagszug. Mit einer Länge von 7,5 Kilometern und einer Dauer von viereinhalb Stunden schätzt der Zugleiter den Zug als den längsten in seiner 180-jährigen Geschichte.

Straßenreinigung ist großer Posten

Die Stadt Mainz hat ihren Zuschuss für den Fastnachtszug von rund 14.000 Euro dagegen gestrichen. Nun übernehmen teilweise die Karnevalsclubs Kosten für einige Motivwagen und Kapellen. Kosten von rund 139.000 Euro für Straßenreinigung und Absperrungen trägt die Stadt weiter. Wer in Braunschweig 60.000 Euro für Straßenreinigung und Standgebühren zahlt, ist zunächst noch unklar.

Ungebrochene Nachfrage

Andere Sorgen plagen die Düsseldorfer Karnevalsvereine. «Die Begeisterung für den Karneval lässt nach», meint der Geschäftsführer des Comitees Düsseldorfer Karneval, Jürgen Rieck. Daher bemühten sich die Vereine darum, für ihre Sitzungen kleinere Säle anzumieten. Die Nachfrage für den Rosenmontagszug in Münster ist nach Angaben des Verbandspräsidenten des Bundes Westfälischer Karneval, Diethardt Oeding, dagegen ungebrochen. «Wir müssen immer wieder Bewerber abweisen, sonst beißt sich der Zug mit 135 Wagen und Fußgruppen irgendwann selbst in den Schwanz.»

Weniger Sponsorengelder

In Frankfurt und Nürnberg spüren die Karnevalisten, dass den Sponsoren das Geld nicht mehr so locker sitzt. «Ein Sponsor spendete vor zehn Jahren noch 20.000 Mark, jetzt sind es nur noch 4.000 Euro», sagt der Präsident des Großen Rates der Frankfurter Karnevalsvereine, Klaus Fischer. In Nürnberg tragen größere Unternehmen nach Auskunft der Faschingsvereine schon seit mehr als drei Jahren nichts mehr zur Finanzierung des närrischen Treibens bei.

Mehr ehrenamtliches Engagement

Die Berliner hätten von der Stadt noch nie Geld für den Umzug erhalten, sagt der Veranstalter des Umzugs, Harald Grunert. In diesem Jahr werde der Festumzug mit Sponsorengeldern bezahlt. In Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen wird die Zurückhaltung der Sponsoren durch ehrenamtliches Engagement wettgemacht. «Hier gibt es nicht so viele finanzstarke Unternehmen», erklärt der Präsident des Karneval-Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Karl-Heinz Krüger.

Begeisterung ist ungebrochen

In Sachsen-Anhalt wollen sich die Narren ihre Laune wegen knapper Kassen nicht verderben lassen. «Die Begeisterung für den Karneval ist trotz Wirtschaftskrise und Rekordarbeitslosigkeit ungebrochen», meint der Präsident der «1. Köthener Karnevalsgesellschaft 1954», Ronald Mormann. Die Narren packten dafür kräftig mit an.