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Finanzkrise: Siemens will eigene Bank gründen

Der Technologiekonzern Siemens will seine eigene Bank gründen. Das Unternehmen erhofft sich davon laut Aussage des Siemens-Finanzvorstands eine größere Unabhängigkeit von den Kreditinstituten.

Der Siemens-Konzern will sich angesichts der Finanzkrise unabhängiger von Kreditinstituten machen und eine eigene Bank gründen. "Wir haben vor einiger Zeit eine Banklizenz beantragt", sagte Finanzvorstand Joe Kaeser der "Süddeutschen Zeitung". Er hoffe, diese in nächster Zeit von der Bankenaufsicht Bafin zu erhalten.

Siemens plane keine Kundenbank, sondern wolle angesichts der Finanzkrise für sich selbst Bankgeschäfte tätigen. "Unsere Liquidität liegt derzeit bei fast neun Milliarden Euro, dafür brauchen wir insbesondere sichere Anlagemöglichkeiten. Das könnten wir in Zukunft eben dann selbst mitgestalten. Es ist ja auch wirklich kein Hexenwerk", sagte Kaeser.

Die Bankenkrise habe deutlich gemacht, dass man auch als Kunde in Mitleidenschaft gezogen werden könne. "Vor drei Jahren kam ich noch nicht einmal auf die Idee, mir Sorgen zu machen, wo wir zum Beispiel unsere Liquidität anlegen, mit wem wir Währungs- oder Zinssicherungsgeschäfte machen. Nach den Erfahrungen der vergangenen zwei Jahre sehe ich hier realen Handlungsbedarf", erläuterte Kaeser.

Für das am 30.6. endende Geschäftsquartal zeigte sich Kaeser optimistisch. "Das Auftragswachstum kehrt zurück", meinte er. Bisher waren die Siemens-Aufträge in der Krise zurückgegangen. Das Ergebnis entwickele sich "weiter ordentlich". Von einem Ende der Talsohle wollte der Siemens-Vorstand aber nicht sprechen: "Das zu behaupten, wäre noch etwas verfrüht."

kng/Reuters / Reuters