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Flughafen München: Lufthansa warnt vor Engpässen nach Bürgerentscheid

Die Münchner haben entschieden, dass eine dritte Startbahn am Flughafen der Landeshauptstadt nicht gebaut werden darf. Die Lufthansa erwartet Schwierigkeiten für den künftigen Betrieb

Der Münchener Flughafenbetreiber und die Lufthansa haben vor den Folgen des Bürgerentscheids gegen eine dritte Startbahn am Flughafen der bayerischen Landeshauptstadt gewarnt. Von dieser Entscheidung gehe ein negatives Signal für München und den Freistaat aus, erklärte die Flughafen München GmbH am Montag. Falls Kapazitätsengpässe bestehen blieben, müsse die Region auf Zukunftschancen und tausende Arbeitsplätze verzichten. Nur mit den beiden bestehenden Start- und Landebahnen werde der Münchner Flughafen "täglich an seine Grenzen stoßen", erklärte der Lufthansa-Manager Thomas Klühr, Mitglied im Passagevorstand der Fluggesellschaft. Für das internationale Drehkreuz der Landeshauptstadt seien hohe Pünktlichkeitswerte und ein stabiler Betrieb langfristig nur mit einer dritten Bahn möglich.

Schlappe für CSU, SPD und FDP

Die Münchner hatten sich am Sonntag gegen den Bau einer dritten Startbahn ausgesprochen. Nach dem vorläufigen Endergebnis des Bürgerentscheids waren 54,3 Prozent gegen und 45,7 Prozent für den Ausbau des zweitgrößten deutschen Flughafens. Das Ergebnis ist auch eine Schlappe für CSU, SPD und FDP, die gemeinsam für das Projekt geworben hatten. Der Münchner Stadtrat ist jetzt gezwungen, in der Flughafengesellschaft gegen die dritte Startbahn zu votieren. Der Flughafen wird gemeinsam vom Bund, dem Freistaat Bayern und der Stadt München betrieben. Da in der Gesellschaft einstimmig entschieden werden muss, kann der Stadtrat den Ausbau verhindern.

Startbahn könnte noch gebaut werden

Ob der Bürgerentscheid eine endgültige Entscheidung gebracht hat, ist trotz des klaren Ergebnisses offen. Der stellvertretende bayerische Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) erklärte, die Staatsregierung halte "ohne Wenn und Aber" an dem Bau der dritten Bahn fest. Die Stadt könnte etwa ihre Anteile an der Flughafengesellschaft an Bund und Freistaat verkaufen. Dann könnten diese beiden den Ausbau doch noch beschließen.

lin/AFP / AFP