Hypothekenkrise Nervosität zieht Kurse nach unten


Die US-Hypothekenkrise zieht immer weitere Kreise. Nun reagieren auch die Aktienkurse in Asien mit Verlusten von fast sieben Prozent. US-Finanzminister Henry Paulson setzt unterdessen seine Hoffnungen auf die momentan sehr gute globale Wirtschaftslage.

Die Angst vor einer Ausweitung der US-Hypothekenkrise hat die Börsen auch am Donnerstag wieder weltweit in höchster Anspannung gehalten. Eine neue Liquiditätsspritze der US- Notenbank und die hohen Ölpreise hätten die Märkte ebenfalls in Atem gehalten, sagten Börsianer. Die US-Notenbank hatte dem US-Geldmarkt am Mittwoch erneut sieben Milliarden Dollar zugeteilt. Der deutsche Leitindex DAX verlor am Donnerstag im frühen Handel rund zwei Prozent. Der europäische Leitindex EuroSTOXX 50 gab 1,74 Prozent ab.

In Asien waren die Aktienmärkte zuvor tief in die Verlustzone gesteuert. An den Börsen in Manila brach der Index um sechs Prozent ein, in Taipeh waren es 4,56 Prozent, in Seoul ließen Panikverkäufe die Börse gar um 6,9 Prozent abstürzen, so stark wie seit fünf Jahren nicht mehr. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte der Tokioter Börse gab um 1,99 Prozent nach. In Shanghai verlor der Index 2,14 Punkte. In Sydney fing sich die Börse nach anfänglichen Verlust von fünf Prozent und ging mit einem Minus von 1,5 Prozent aus dem Handel.

<zwit>Globale Wirtschaft sein in trotzdem in gutem Zustand In New York hatte der Dow-Jones-Index nach einem nervösen Handelstag am Mittwoch 1,29 Prozent verloren und erstmals seit Ende April unter der Marke von 13 000 Punkten geschlossen.

Nach Ansicht von US-Finanzminister Henry Paulson werden die Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten das Wachstum der USA belasten. Gleichwohl seien das Finanzsystem und die Wirtschaft der Vereinigten Staaten stark genug, um die Verluste zu verkraften, sagte Paulson dem "Wall Street Journal". Auch die globale Wirtschaft sei in einem sehr gutem Zustand.

Neubewertungen waren "unvermeidlich"

Die Turbulenzen an den Finanzmärkten entsprächen einer Neubewertung von Risiken, die nicht überraschend gekommen sei, sagte Paulson. Die Neubewertung sei "unvermeidlich" gewesen. Wenngleich es wahrscheinlich sei, dass die Marktturbulenzen noch einige Zeit andauerten, sollte nichts unternommen werden, um Marktteilnehmer vor Verlusten zu schützen oder diese gegen Risiken abzusichern.

Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger befürchtet von der US- Hypothekenkrise keine Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum in Deutschland. Da in Deutschland die Kreditentwicklung extrem schwach sei, werde es auch kein richtiges Kreditproblem geben, sagte Bofinger im Deutschlandradio Kultur. Er befürwortete eine stärkere internationale Banken-Regulierung.

DPA DPA

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