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Illegale Preisabsprachen: Sechs Display-Hersteller müssen horrende Strafe zahlen

Geldbußen in einer Gesamthöhe von über 648 Millionen Euro hat jetzt die Europäische Kommission gegen sechs Hersteller von LCD-Bildschirmen verhängt. Diese hatten sich an einem Kartell beteiligt, das europäischen Käufern von Flachbildfernsehern, Computern und anderen Produkten mit LCD-Hauptkomponente geschadet hat.

Wegen illegaler Preisabsprachen hat die EU-Kommission am Mittwoch Millionenstrafen gegen sechs asiatische Hersteller von LCD-Bildschirmen verhängt. Nach Ansicht der Brüsseler Wettbewerbshüter haben die Firmen, darunter Samsung und LG Displays, vier Jahre lang konzertiert Preispolitik betrieben und sich auch bei den Geschäftsbedingungen und Kapazitätsauslastungen abgestimmt. Sie sollen nun insgesamt 648 Millionen Euro Geldbuße zahlen.

Da Samsung das Kartell meldete, geht das koreanische Unternehmen straffrei aus. Auf die anderen entfallen zwischen 8,1 Millionen und 300 Millionen Euro Geldbuße. LG muss 215 Millionen Euro zahlen. Bei den übrigen verurteilten Firmen handelt es sich um die taiwanischen Firmen AU Optronics, Chimei InnoLux Corporation, Chunghwa Pictures Tubes und HannStar Display Corporation.

Den Unternehmen sei klar gewesen, dass sie gegen die Wettbewerbsregeln verstießen, und sie hätten versucht, dies zu verschleiern, erklärte Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia. Nach Angaben der Kommission hatten sich die Kartellmitglieder jeden Monat in unterschiedlichen Zusammensetzungen meist in Hotels in Taiwan getroffen, um ihr Vorgehen abzustimmen.

LCD-Displays sind die Hauptkomponenten von Fernseh- und Computerbildschirmen und Notebooks. Der Großteil der in Europa verwendeten Geräte stammt aus Asien.

Die Kommission hatte den Unternehmen im Mai 2009 offiziell ihre Beschwerdepunkte mitgeteilt und ihnen Gelegenheit zur Stellungnahme und Anhörung gegeben. Das nun zu zahlende Bußgeld soll in den EU-Haushalt fließen.

DAPD/SID