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Karstadt: Konzernchef Jennings verlässt Warenhauskette

Nach nur zweieinhalb Jahren verlässt Andrew Jennings das krisengeschüttelte Traditionsunternehmen Karstadt. Eigentümer Nicolas Berggruen muss für seinen Warenhauskonzern einen neuen Chef suchen.

Er sollte die insolvente Warenhauskette nach Übernahme durch Berggruen wieder auf Vordermann bringen, verlässt Karstadt aber schon nach zweieinhalb Jahren: Vorstandschef Andrew Jennings, der Anfang 2011 an die Spitze berufen wurde, wird zum Jahresende abtreten, wie das Unternehmen am Sonntag bestätigte.

Jennings werde bei Karstadt involviert bleiben und bei der Nachfolgersuche helfen, hieß es vom Unternehmen. Berggruen hatte den international erfahrenen Handelsmanager 2011 als Sanierer nach Essen geholt. Karstadt hatte mit 120 Waren- und Sporthäusern im Sommer 2009 zusammen mit der Mutter Arcandor Insolvenz anmelden müssen. Ende September 2010 war das Verfahren aufgehoben worden.

Das Unternehmen wies die Darstellung der "Bild am Sonntag" zurück, wonach der Grund für den Abgang Jennings Differenzen über die Strategie zur Rettung der Warenhauskette seien. "Berggruen und das Management befinden sich über die Fortsetzung der Karstadt-Strategie in Harmonie miteinander", hieß es in der Mitteilung.

Tarifkonflikt und Verdacht auf Steuervermeidung

Zuletzt hatte es bei Karstadt heftigen Streit zwischen den Arbeitnehmervertretern und der Karstadt-Führung über eine geforderte "Tarifpause" für die Beschäftigten gegeben. Karstadt-Eigentümer Berggruen hatte in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung vor wenigen Tagen eingeräumt, das Problem bei Karstadt unterschätzt zu haben.

Wie die "Bild am Sonntag" weiter berichtete, soll Karstadt über mehrere Zwischenfirmen einem Nicolas Berggruen Charitable Trust auf den British Virgin Islands gehören. Der Trust halte "die Aktienbeteiligungen der Berggruen Holdings und soll gemeinnützige Aktivitäten unterstützen", zitiert die Zeitung dem Bericht zufolge aus einem Bericht der US-Börsenaufsicht SEC. Demnach bleiben im Ausland erwirtschaftete Erträge auf der Insel steuerfrei.

Ein Berggruen-Sprecher wollte den Bericht am Sonntag nicht kommentieren. Der "Bild am Sonntag" sagte eine Sprecherin zum Verdacht der Steuervermeidung: "Alle Unternehmen zahlen dort Steuern, wo sie beheimatet sind. Nicolas Berggruen profitiert in keiner Weise vom Nicolas Berggruen Charitable Trust. Dieser wird das Vermögen noch zu Lebzeiten Nicolas Berggruens vollständig gemeinnützigen Zwecken spenden."

juho/DPA / DPA