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Krise bei Opel: Händler kündigen Beteiligung an

Die drohende Pleite von Opel versetzt die Politik in Hektik: Spitzen von CDU als auch SPD wollen sich dafür einsetzen, eine Insolvenz zu verhindern. Das Traditionsunternehmen selbst kündigte nun an, in Kürze ein Sanierungskonzept vorzulegen. Und auch die Opel-Händler wollen helfen.

Nach Spekulationen über eine drohende Insolvenz hat der Autobauer Opel einen schnellen Rettungsplan für das Unternehmen angekündigt. Berichte über eine bereits im Mai oder Juni zu erwartende Zahlungsunfähigkeit hatten zuvor Politiker aller Parteien alarmiert. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) kündigte gemeinsame Rettungsbemühungen mit den USA an. Er sagte, er habe mit dem amerikanischen Finanzminister Timothy Geithner die Einrichtung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe zu Opel vereinbart. Auch seinen ersten Besuch in den USA im März werde er zu Gesprächen darüber nutzen, kündigte der CSU-Politiker in "Bild am Sonntag" an.

Das Bundeswirtschaftsministerium erklärte, Opel habe noch kein Sanierungskonzept vorgelegt, auf dessen Grundlage entschieden werden könne. Firmensprecher Frank Klaas kündigte im Hessischen Rundfunk einen solchen Rettungsplan für Opel mit seinen rund 26.000 Beschäftigten in Deutschland für die nächsten Tage an.

Die "Bild"-Informationen über eine nach Einschätzung des Bürgschaftsausschusses von Bund und Ländern drohende Insolvenz wollten weder das Unternehmen noch die Bundesregierung bestätigen. Von beiden gab es aber auch kein Dementi. Laut der Zeitung braucht das Unternehmen bis zu 3,3 Milliarden Euro frisches Geld - deutlich mehr als bislang erwartet. Opel finde aber keine Bank für die nötigen Kredite. Der Finanzchef des Autobauers, Marco Molinari, hatte zuvor bestätigt, dass ein Bürgschaftsrahmen von mehr als den ursprünglich diskutierten 1,8 Milliarden Euro benötigt werde.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück verwies im ARD-"Bericht aus Berlin" auf die rund 50.000 Beschäftigten bei Opel und den Zulieferbetrieben. Deren Arbeitslosigkeit zu bezahlen würde wahrscheinlich zwei bis drei Milliarden Euro kosten, so der SPD-Politiker und fragte: "Ist es dann nicht sinnvoller, behilflich zu sein, damit diese Menschen in Lohn und Brot bleiben?"

Die europäischen Opel-Händler wollen sich mit mehreren hundert Millionen Euro an dem Autobauer beteiligen. "Wir werden darüber übermorgen in Rüsselsheim auch mit dem Gesamtbetriebsrat reden", kündigte der Vorsitzende der rund 4000 europäische Händler umfassenden Vereinigung Euroda, Jaap Timmer, laut Vorabmeldung im ZDF-Wirtschaftsmagazins "WISO" an.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) forderte nach einem Gespräch mit Opel-Verantwortlichen eine europäische Lösung. Der "Rheinischen Post" sagte er: "Kein Werk ist für sich und einzeln überlebensfähig, weder in Deutschland noch anderswo."

Gerhard Kneier/AP / AP