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Lokführer-Streik: Vor allem der Osten steht still

Zum dritten Mal in zwei Wochen legen die Lokführer die Arbeit wieder. Von 2 Uhr bis 11 Uhr wird gestreikt. Betroffen ist vor allem der Nahverkehr in den neuen Bundesländern und in München sowie Frankfurt/Main. Der Ausstand soll auch am Freitag und Anfang nächste Woche weitergehen.

Seit 2 Uhr morgens steht wieder der Nahverkehr still. Vor allem in den neuen Bundesländern zeigt nach Angaben der Deutschen Bahn der Streik der Lokführergewerkschaft GDL am Donnerstagmorgen Auswirkungen. Massiv betroffen sei der Regionalverkehr in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sowie in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, hieß es in einer Pressemitteilung der Bahn.

Erheblich eingeschränkt sei auch der S- Bahn-Verkehr in München und in Frankfurt am Main. In Nordrhein-Westfalen wurden die S-Bahnen zu den Flughäfen bestreikt. Die S-Bahnen in Hamburg und Berlin fuhren in einem 20-Minuten-Takt. Der S-Bahn-Verkehr in Hannover war eingeschränkt.

Streik geht bis 11 Uhr

Neun Stunden wird der Streik im Nah- und S-Bahn-Verkehr dauern. Die GDL rechnet bundesweit mit einigen tausend Lokführern, die bis 11 Uhr die Arbeit niederlegen werden. Der Westen Deutschlands sei deswegen weniger vom Ausstand betroffen, da dort mehr Beamte bei der Deutschen Bahn beschäftigt seien, die nicht in den Ausstand treten dürften, sagte eine GDL-Sprecherin.

Die GDL will mit dem Streik bis zu 80 Prozent des Nahverkehrs stoppen. Die Deutsche Bahn will dennoch versuchen, rund 60 Prozent des üblichen Regionalverkehrs aufrechtzuerhalten. Die GDL hatte bereits am vergangenen Freitag den Nahverkehr in weiten Bereichen ganztägig zum Erliegen gebracht.

Informationen zum Bahnverkehr gibt es auf der Internetseite der Bahn und unter der kostenfreien Service-Telefonnummer 08000 99 66 33.

Mit der Arbeitskampfmaßnahme will die GDL einen eigenen Tarifvertrag für die Lokführer durchsetzen. Die Bahn hatte am Montag ein neues Angebot vorgelegt. Es orientiert sich wiederum an dem Abschluss, der im Sommer mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA erzielt wurde: 4,5 Prozent mehr Geld zum 1. Januar 2008 sowie eine Einmalzahlung von 600 Euro. Ferner schlug die Bahn Mehrarbeit vor, um den Lokführern ein höheres Einkommen zu ermöglichen. Überdies sollen nach dem Vorschlag rund 100 Überstunden des laufenden Jahres ausbezahlt werden - was 1400 Euro brutto ergibt. Die Bahn sagte außerdem zu, die Dienstpläne mitarbeiterfreundlicher zu gestalten als bisher.

Auch in Frankreich streikt die Bahn

Weitere massive Arbeitsniederlegungen sind am Freitag sowie am Montag, Dienstag und Mittwoch kommender Woche möglich, wie der stellvertretende GDL-Chef Claus Weselsky erklärte. Auch in Frankreich ist ein flächendeckender Streik angelaufen. Damit wollen Eisenbahner und Beschäftigte der Energieversorger die geplante Abschaffung von Frühpensionen in Staatsbetrieben verhindern.

DPA/AP/Reuters / AP / DPA / Reuters