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Mannesmann-Prozess: Angeklagte beteuern ihre Unschuld

Vor dem Düsseldorfer Landgericht bezeichnete der Deutsche- Bank-Chef Josef Ackermann die Ausschüttung der Millionen-Prämien für die früheren Mannesmann-Manager als "zulässige und angemessene Unternehmensentscheidungen".

Die Angeklagten im Mannesmann-Prozess haben in ersten Stellungnahmen zu den Untreue-Vorwürfen ihre Unschuld beteuert. Vor dem Düsseldorfer Landgericht bezeichnete der Deutsche- Bank-Chef Josef Ackermann die Ausschüttung der Millionen-Prämien für die früheren Mannesmann-Manager als "zulässige und angemessene Unternehmensentscheidungen". Dabei sprach er von einer außerordentlichen Prämie für einen außerordentlichen Erfolg. "Ich habe mich an die Regeln des Wirtschaftsrechts gehalten", betonte Ackermann.

Neben Ackermann sitzen auch der frühere IG-Metall-Vorsitzende Klaus Zwickel, der ehemalige Mannesmann-Vorstandsvorsitzende Klaus Esser und Aufsichtsratschef Joachim Funk auf der Anklagebank. Funk bezeichnete bei seiner Stellungnahme die Extra-Zahlungen als "rechtlich in Ordnung". Bei der Übernahme von Mannesmann durch Vodafone vor vier Jahren sei es hektisch zugegangen. "Manche Entscheidungen wurden in Eile getroffen, die Situation glich einem Schlachtfeld", meinte Funk.

Zwickel äußerte Unverständnis über die Anklage: Nach 50 Jahren Arbeit habe er sich vieles vorstellen können, aber "niemals, dass ich eines Tages wegen Veruntreuung angeklagt sein könnte", sagte Zwickel. Alle Entscheidungen, an denen er beteiligt gewesen sei, seien nach seiner Überzeugung aktienrechtlich korrekt gewesen.

Abfindungen in Höhe von 57 Millionen Euro

Bei dem spektakulärsten deutschen Wirtschaftsstrafprozess geht es um Abfindungen in Höhe von 57 Millionen Euro. Die Beträge waren bei der Übernahme des Düsseldorfer Traditionskonzerns durch den britischen Mobilfunkriesen Vodafone vor vier Jahren geflossen. Die Staatsanwaltschaft wirft den sechs Angeklagten vor, sich bewusst über das Aktienrecht hinweg gesetzt und damit einen einen "Vermögensverlust großen Ausmaßes" verursacht zu haben.

Unterdessen stärkte Siemens-Chef Heinrich von Pierer Ackermann den Rücken. Er bedauere sehr, dass der Siemens-Aufsichtsrat Ackermann nicht bei der Siemens-Hauptversammlung sein könne, sagte Pierer am Donnerstag vor dem Aktionärstreffen in München. "Wir schätzen den Rat eines so erfahrenen Mannes sehr." Pierer äußerte sich auch kritisch über den Fall Mannesmann. "Es kann nicht sein, dass unternehmerische Entscheidungen dadurch beeinträchtigt werden, dass man über sich immer das Damoklesschwert eines Untreue- Straftatbestandes sieht."