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Asiatische Textilindustrie: Von H&M bis Zalando: Modefirmen sagen Hungerlöhnen in Asien den Kampf an

Zwanzig Modekonzerne versprechen das Ende der Ausbeutung. Millionen Näherinnen in Südostasien sollen fair und besser bezahlt werden. Kambodscha wird zum Testfall für die Branche.

Näherinnen fertigen Kleidung: Blick in eine Textilfabrik Seduno am Stadtrand von Phnom Penh

Einfache Näherinnen tragen orangefarbene Kopftücher, ihre Aufseherinnen lila. In der Textilfabrik Seduno am Stadtrand von Phnom Penh produzieren sie auch für H&M und C&A.

Die Modeindustrie will ein großes Versprechen einlösen: Millionen Näherinnen in Asien sollen künftig besser bezahlt werden. Der Kauf von Kleidung soll fairer und gerechter werden.

Zu den Unternehmen gehören unter anderem C&A, Esprit, H&M, Inditex (Zara), Primark, PVH (Tommy Hilfiger, Calvin Klein), Target, Tchibo und Z-Labels von Zalando.

Der Hintergrund: Die Modefirmen lassen Bekleidung in Fabriken produzieren, die ihnen nicht selbst gehören. Meist sind es Firmen in China und Südostasien. Die Löhne werden dort von den Regierungen festgesetzt – als sogenannte Mindestlöhne, die in der gesamten Branche gelten, aber so niedrig sind, dass davon Familien nicht leben können.

Der Plan: Nun greifen die Konzerne auf ein altes, aber erprobtes Modell zurück: Es heißt Tarifpartnerschaft. Textilfabrikanten und Gewerkschaften sollen in den einzelnen Ländern Flächentarifverträge aushandeln.  Die Löhne sollen real steigen. Das langfristige Ziel sind Löhne, von denen die Näherinnen und ihre Familien leben können – sogenannte living wages.

Mode-Firmen akzeptieren steigende Löhne

Um den Prozess zu unterstützen, erklärten sich die Modeunternehmen bereit, die durch Tarifverträge steigenden Lohnkosten zu tragen. Sie wollen darüber hinaus langfristige Lieferverträge mit den Produzenten abschließen. Bisher galt in der Textilindustrie das Prinzip: Der günstigste Anbieter bekommt den Zuschlag.

Die Vorbereitungen für die neue Lohnpolitik in der Branche laufen in aller Stille seit 2015. Gemeinsam mit der internationalen Gewerkschaftsorganisation Industriall (50 Millionen Mitglieder weltweit) gründeten Modeunternehmen die Initiative ACT – Action, Collaboration, Transformation.

Flächentarifverträge für asiatische Textilindustrie

ACT will Flächentarifverträge für die Textilindustrie in Asien erreichen. ACT-Direktor Frank Hoffer, sagte zum stern: "Unser Konzept ist radikal neu und ambitioniert. Es ist der vielversprechendste Weg, die Arbeitsbedingungen von vielen Millionen Textilarbeiterinnen zu verbessern." Bevor Hoffer zu ACT kam, arbeitete er zwanzig Jahre lang als Tarifexperte bei der Internationalen Arbeitsorganisation ILO.

Erste Schritte: Zunächst soll die neue Lohnpolitik in den Nähfabriken in Kambodscha umgesetzt werden. Das Land in Südostasien ist von der Textilindustrie in hohem Maße abhängig. Beobachter halten es für möglich, dass noch im laufenden Jahr ein erster Abschluss zwischen Fabrikbesitzern und Gewerkschaften zu Stande kommt. Es wäre der erste Flächentarifvertrag in der Textilindustrie Asiens.

Regierung in Kambodscha für Tarifgespräche offen

Die Regierung in Kambodscha signalisierte vor wenigen Tagen, sie sei bereit, den Weg für Tarifgespräche frei zu machen. Kambodscha mit seinen 16 Millionen Einwohnern wird seit 33 Jahren von Ministerpräsident Hun Sen autokratisch regiert.

Die Reportage über "Das Ende der Ausbeutung" in der Textilindustrie lesen Sie im neuen stern.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.