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Neuer Finanzbedarf: Mehdorn will weitere 1,1 Milliarden für Pannenflughafen

Das Fass ohne Boden ist offenbar immer noch nicht geflickt: Hartmut Mehdorn, Chef des Hauptstadtflughafens, soll im Bundestag um weitere 1,1 Milliarden Euro für den Pannen-Airport geworben haben.

Die Arbeiten kommen kaum voran, nur die Ausgaben wachsen rasant: 4,3 Milliarden Euro soll der Hauptstadtflughafen schon kosten

Die Arbeiten kommen kaum voran, nur die Ausgaben wachsen rasant: 4,3 Milliarden Euro soll der Hauptstadtflughafen schon kosten

Neben dem Nachtflugverbot am künftigen Hauptstadtflughafen werden auch womöglich abermals steigende Kosten den Aufsichtsrat des Airports BER an diesem Freitag beschäftigen. Zuletzt war einem möglichen Nachschlag von 1,1 Milliarden Euro für den Bau in Schönefeld bei Berlin die Rede, wie das "Handelsblatt" berichtet. Bislang sind 4,3 Milliarden Euro bewilligt.

Der Chef des neuen Hauptstadtflughafens, Hartmut Mehdorn, soll auch im Bundestag für eine neue Finanzspritze für das Projekt geworben haben. Im Gespräch mit Berichterstattern des Haushaltsausschusses habe Mehdorn gesagt, bis zur Eröffnung des Flughafens seien weitere 1,1 Milliarden Euro notwendig, gab ein Abgeordneter an. Damit seien die restlichen Baukosten und der Schallschutz abgedeckt. Der Bau würde damit insgesamt 5,4 Milliarden Euro kosten.

Der Aufsichtsratschef und Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sagte, es werde am Freitag um die Wirtschaftspläne für 2014 und die finanzielle Situation gehen. Für dieses Jahr reichten die bislang zusätzlich bewilligten 1,2 Milliarden Euro noch aus. "Ich gehe davon aus, dass genügend Spielraum für 2014 da ist", fügte Wowereit am Donnerstag im Berliner Abgeordnetenhaus hinzu. Wie viel von dem Geld ausgegeben werde, hänge maßgeblich vom Fortschritt der Lärmschutzmaßnahmen ab.

Umbau geht nur schleppend voran

Der Flughafen Berlin Brandenburg sollte ursprünglich im Oktober 2011 in Betrieb gehen. Schwere Planungs- und Baumängel vor allem beim Brandschutzsystem haben dazu geführt, dass bis heute unklar ist, wann das neue Terminal eröffnet werden kann. Der Umbau der Brandschutzanlage geht nur schleppend voran. Wowereit sagte im Parlament mit Blick auf Freitag: "Ein Terminplan zur Eröffnung wird nicht vorgelegt werden können, da die notwendigen Baufortschritte an der Entrauchungsanlage noch nicht so weit einzuschätzen sind."

Ein längeres Nachtflugverbot an dem künftigen Flughafen lehnt die Bundesregierung entschieden ab. "Wer die Flugzeiten weiter einschränken will, der sorgt dafür, dass dieser Flughafen nicht wirtschaftlich arbeiten wird, sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU).

Eine Ausweitung des genehmigten Flugverbots über die Zeit zwischen 0.00 Uhr und 5.00 Uhr hinaus sei für den Bund als Mitgesellschafter des Flughafens nicht akzeptabel. Brandenburg strebt an, die Nachtruhe zumindest frühmorgens um meine Stunde bis 6.00 Uhr zu verlängern. Die Länder Brandenburg und Berlin sind mit jeweils 37 Prozent an der Flughafengesellschaft beteiligt, der Bund mit 26 Prozent.

mka/DPA / DPA