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Für 2018: EU setzt Fischfangquoten in der Ostsee herab zur Erholung der Fischbestände

Die EU-Staaten haben sich darauf geeinigt, wie viele Heringe, Dorsche und Co. im nächsten Jahr in der Ostsee gefangen werden dürfen. Trotz Senkung der Quoten bezweifelt Greenpeace, dass die Einschränkung eine Erholung der Fischbestände ermöglicht.

Fischer holen ihre Stellnetze mit Hering aus der Ostsee

Fischer holen ihre Stellnetze mit Hering aus der Ostsee wieder ein 

In der dürfen künftig nur noch deutlich geringere Mengen Fisch gefangen werden. Die EU-Länder einigten sich am Dienstagmorgen in Luxemburg auf neue Quoten für 2018, bei mehreren wichtigen Fischarten wird der Fang eingeschränkt. Dies teilte das Bundeslandwirtschaftsministerium mit. Die durchaus notwendigen Kürzungen seien "schmerzlich für die deutschen Ostseefischer", erklärte Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU). Eine langfristige wirtschaftliche Perspektive für die Ostseefischerei werde jedoch nur durch "gute Bestände" gesichert.

Fischbestand muss sich erholen

Mit der Einigung der -Fischereiminister, die jedes Jahr bei einem Ministerrat im Herbst die Fangquoten für das kommende Jahr in der Ostsee festlegen, werde ein "Beitrag zur weiteren Erholung der Bestände und zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Ostsee" geleistet, erklärte Schmidt. Seinem Ministerium zufolge blieben die Kürzungen der Fangquoten bei mehreren Fischarten unter Forderungen oder Vorschlägen von Anrainerstaaten oder der EU-Kommission.

Beim westlichen wurde die Gesamtfangmenge für 2018 demnach um 39 Prozent gesenkt. Hier hatte die Kommission 54 Prozent vorgeschlagen. Die Fangmenge beim westlichen Dorsch bleibt unverändert. Beim östlichen Dorsch wird sie laut Landwirtschaftsministerium "nur um 8 Prozent anstelle der von der Kommission vorgeschlagenen 28 Prozent verringert".

Greenpeace kritisiert EU-Entscheidung

"Bei dem Ziel nachhaltiger Bewirtschaftung der Fischbestände in der Ostsee dürfen wir die Existenzsicherung der Ostseefischerei nicht aus den Augen verlieren", erklärte Schmidt. Die Umweltschutzorganisation kritisierte hingegen, die EU-Fischereiminister erlaubten "auch im kommenden Jahr zu hohe Fangmengen". Damit verschärfe sich die Überfischung der Ostsee. Schmidt beuge sich "den kurzsichtigen Interessen der Fischereiindustrie" und ignoriere wissenschaftlich empfohlene Höchstmengen.

Besonders tragisch werde sich dies auf die Aal-Bestände auswirken, erklärte Greenpeace-Meeresexperte Thilo Maack. Um den Aal in der Ostsee vor dem Aussterben zu bewahren, sei ein Fangverbot die einzige Möglichkeit. Beim Aal verständigten sich die EU-Minister dem zufolge darauf, anstelle eines pauschalen Fangverbots in der Ostsee "eine Diskussion bezogen auf alle EU-Meeresgebiete zu einem späteren Zeitpunkt" zu führen. Nötig sei, dass die Fischereiminister Meeresschutzgebiete einrichten, forderte Greenpeace. Nur dann hätten Aal, Dorsch und Hering eine Chance.

fri/AFP