Ostsee-Pipeline Nord Stream Südfinnlands Umweltbehörde gibt grünes Licht


Die Ostsee-Gaspipeline Nord Stream kann gebaut werden. Die Umweltbehörde Südfinnlands erteilte dem Betreiber-Konsortium, an dem auch BASF und E.ON beteiligt sind, am Freitag die letzte noch ausstehende Genehmigung.

Die Ostsee-Gaspipeline Nord Stream kann gebaut werden. Die Umweltbehörde Südfinnlands erteilte dem Betreiber-Konsortium, an dem auch BASF und E.ON beteiligt sind, am Freitag die letzte noch ausstehende Genehmigung. Zuvor hatten Deutschland, Russland, Schweden und Dänemark dem Bau bereits grünes Licht gegeben. Die Arbeiten an der rund 1200 Kilometer langen Pipeline - von Wyborg in Russland bis Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern - sollen Nord Stream zufolge im April beginnen. Das erste Erdgas werde im September 2011 nach Europa fließen, sagte Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin der Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Die Ostsee-Pipeline ist das größte russische Gasprojekt seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion.

Die finnische Regierung stimmte dem Projekt bereits Anfang November zu. Nach der nun erteilten Genehmigung der Umweltbehörde, kann noch innerhalb von 30 Tagen Einspruch eingelegt werden. Um für die Kosten eines möglichen Baustopps aufkommen zu können, muss das vom russischen Energiekonzern Gazprom geführte Konsortium einem Behördensprecher zufolge eine Garantie in Höhe von 70 Millionen Euro hinterlegen.

Nord-Stream-Chef Matthias Warnig begrüßte den Startschuss für den Bau der Pipeline. Das Projekt stehe auch für die intensive Zusammenarbeit und Unterstützung vieler europäischer Länder. Es werde einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit Europas leisten. Gazprom habe bereits langfristige Verträge für Gaslieferungen von jährlich mehr als 20 Milliarden Kubikmeter Erdgas abgeschlossen. Abnehmer seien beispielsweise Deutschland, Dänemark, die Niederlande, Belgien, Frankreich und Großbritannien.

Die Betreiber hatten in den vergangenen Jahren unter anderem Einwände von Umweltschützern ausräumen müssen. Russland will mit Hilfe der Ostsee-Pipeline seine Exportrouten nach Europa breiter aufstellen. Einige Analysten kritisieren die hohen Kosten für den Bau. Sie warnen angesichts der sinkenden Nachfrage und des wirtschaftlichen Abschwungs vor Verzögerungen.

Nach Fertigstellung einer zweiten Röhre sollen ab 2012 über die Pipeline jährlich rund 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas transportiert werden. Der Jahresverbrauch in Deutschland liegt zum Vergleich bei etwa 100 Milliarden Kubikmeter. 2008 hatte die Bundesrepublik fast die Hälfte ihres Gasbedarfs mit russischen Lieferungen gedeckt.

Reuters Reuters

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