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Parlamentswahl in Griechenland Schwierige Verhandlungen um Griechenlands Zukunft


Griechenland hat gewählt und das Ergebnis sorgt für Ärger. Die Aktienkurse fallen kräftig, der Euro sackt ab - es wächst die Sorge, wie es mit der Euro-Rettung weitergeht.

Einen Tag nach der Parlamentswahl ohne Sieger beginnen die griechischen Parteien jetzt mit den Koalitionsgesprächen in Athen. Der Chef der stärksten Partei, der Konservativen Nea Dimokratia (ND), Antonis Samaras, wird nach Angaben des Präsidialamtes gegen 14.00 Uhr den Staatspräsidenten Karolos Papoulias treffen, um das Mandat zur Sondierung zu erhalten. Das Mandat gilt gemäß Verfassung lediglich drei Tage lang.

Wie ein ND-Sprecher sagte, wollte sich Samaras schon am Nachmittag mit dem Chef der zweitstärksten Partei, Bündnis der Radikalen Linken (Syriza), Alexis Tsipras, treffen. Diese linke Partei hatte am Sonntag ihre Kräfte vervierfacht - von 4,6 Prozent in 2009 auf 16,78 am Sonntag. Anschließend sei ein Treffen mit dem Chef der Sozialisten, Evangelos Venizelos, geplant.

Dass es nun in Griechenland vorangeht, wird aber zumindest von den Finanzmärkten bezweifelt. Der Ausgang der Wahlen hat die Finanzmärkte am Montag massiv unter Druck gesetzt. Vor allem die sehr schwierige Regierungsbildung in Athen drückte die Aktienkurse in den Keller und belastete den Euro. Der Sieg des Sozialisten François Hollande bei der französischen Präsidentenwahl war hingegen von den Märkten bereits erwartet worden. Insgesamt dürfte der Kampf gegen die Schuldenkrise aber schwieriger werden.

Zweistellige Kursverluste

Besonders heftig reagierte der griechische Aktienmarkt auf das Wahlergebnis. Der Leitindex in Athen büßte mehr als 7 Prozent an Wert ein. Der FTSE/ASE 20, der die 20 größten börsennotierten Unternehmen des Landes umfasst, brach sogar um mehr als 9 Prozent ein. Damit markierte er den tiefsten Stand seit Oktober 2008. Am schlimmsten traf es die griechischen Finanzwerte, die prozentual zweistellige Kursverluste erlitten. Und auch an anderen Finanzplätzen ging es abwärts: Die Wahlergebnisse drückten den EuroStoxx 50 auf den tiefsten Stand seit Ende Dezember. In Asien setzten die Aktienmärkte die zuletzt schwache Entwicklung fort.

Die Sorgen an den Aktienmärkten drehten sich vor allem um die ungewisse Lage nach dem Wahlausgang in Griechenland: Konservative und Sozialisten können in Athen weder alleine noch zusammen weiterregieren. Bisher hat sich auch noch keine weitere Partei bereiterklärt, eine neue Regierung zu ermöglichen. "Im neuen griechischen Parlament gibt es keine Mehrheit mehr für den mit IWF und EU vereinbarten Konsolidierungskurs", sagte Commerzbank-Experte Christoph Weil. Die Unsicherheit an den Märkten dürfte zunächst anhalten.

mcp/DPA DPA

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