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Pleite-Krankenkasse City-BKK: Mitglieder müssen keine Versorgungslücken befürchten

Das Gesundheitsministerium hat einen Zeitungsbericht dementiert, nach dem Versicherte der Pleite-Krankenkasse City BKK monatelang ohne Kassenleistungen dastehen könnten. Eine "Brückenkasse" soll die medizinische Versorgung gewährleisten.

Die medizinische Versorgung der City-BKK-Mitglieder ist auch dann gesichert, wenn sie sich nicht rechtzeitig um eine neue Kasse kümmern. Eine Art Aushilfskasse soll nach Schließung der City BKK zum 1. Juli für diejenigen zuständig sein, die den Wechsel bis dahin versäumt haben, wie es am Donnerstag im Bundesgesundheitsministerium hieß. Wichtig sei ein schneller Wechsel aber dennoch, auch um Lücken bei Kranken- oder Pflegegeld zu vermeiden.

Die Versicherten der City BKK würden nun noch einmal angeschrieben und könnten über ein einfacheres Verfahren wechseln, indem sie auf einem beigefügten Formular eine Krankenkasse ankreuzen. Wer sich bis zum 30. Juni eine neue Krankenkasse suche, bekomme keinerlei Probleme, hieß es. Um die Versicherungsleistungen auch für all diejenigen zu gewährleisten, die bis dahin nicht gewechselt haben, solle eine Krankenkasse als "Brückenkasse" fungieren. Welche Kasse das sein soll, war zunächst noch nicht bekannt.

Von den rund 130.000 City-BKK-Versicherten, die Ende Mai noch keine neue Krankenkasse hatten, wechselten seitdem rund die Hälfte in eine andere Kasse. Letzter Termin, bis zu dem die City-BKK-Versicherten eigenständig eine neue Kasse wählen können, ist der 15. Juli. Lassen sie auch dieses Datum verstreichen, suchen die Arbeitgeber, die Rentenversicherung oder die Arbeitsagenturen eine neue Kasse aus.

"Kein Grund zur Panik"

Die "Berliner Zeitung" hatte am Donnerstag unter Berufung auf ein Papier mehrerer Kassenverbände berichtet, es bestehe die Gefahr "größerer Versorgungslücken". So würden laufende Geldzahlungen wie Pflege- und Krankengeld zunächst nicht mehr überwiesen. Außerdem behandelten die Ärzte nur noch gegen Privatrechnung, da die Versichertenkarte nicht mehr gültig sei. Erst wenn eine neue Kasse gefunden sei, würden die Zahlungen rückwirkend geleistet, was Monate dauern könne.

Die Sprecherin des BKK-Bundesverbands, Christine Richter, sagte der Nachrichtenagentur AFP: "Natürlich stellt keiner eine private Rechnung." Die medizinische Versorgung sei abgesichert, es bestehe "kein Grund zur Panik". Zugleich appellierte sie an die Versicherten, rechtzeitig zu wechseln: "Jetzt ist die Zeit, wo man eine neue Kasse suchen sollte."

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) sagte der "Berliner Zeitung": "Gemeinsam mit den Krankenkassen sind wir uns einig, dass ein nahtloser Übergang für alle Leistungen und Leistungsansprüche gewährleistet sein muss. Entsprechende Vorbereitungen werden derzeit getroffen."

Anfang Mai war bekannt geworden, dass die seit längerem finanziell angeschlagene Krankenkasse City BKK zum 1. Juli geschlossen wird. Ihre vorwiegend in Berlin und Hamburg lebenden Mitglieder hatten danach teils erhebliche Schwierigkeiten beim Wechsel, viele wurden von anderen Kassen mit fadenscheinigen Argumenten abgewimmelt. Vertreter der hauptsächlich betroffenen Kassen in Berlin und Hamburg hatten nach einem Krisentreffen aber zugesichert, alle bisherigen Versicherten der City BKK aufzunehmen. Nach Angaben aus dem Bundesgesundheitsministerium laufen die Kassenwechsel seitdem ohne Probleme.

Hier geht's zum #Link;http://www.stern.de/wirtschaft/versicherung/krankenversicherung-vergleich-krankenkassen-vergleichen-leichtgemacht-1655421.html;Krankenkassen-Vergleich#

kng/mlr/AFP/DPA / DPA
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