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Tankflugzeug-Streit: Bekommt Airbus doch noch eine Chance?

Im Streit um die Vergabe eines Milliardenauftrags für US-Tankflugzeuge will das US-Verteidigungsministerium offenbar die Frist für die Einreichung der Angebote verlängern.

Im Streit um die Vergabe eines Milliardenauftrags für US-Tankflugzeuge will das US-Verteidigungsministerium offenbar die Frist für die Einreichung der Angebote verlängern. Das Pentagon sei vom Airbus-Mutterkonzern EADS darüber informiert worden, dass EADS nicht ausschließe, wieder in das Bieterverfahren einzusteigen, teilte Ministeriumssprecher Geoff Morrell am Donnerstag in einer E-Mail mit. "Wenn nötig, können wir eine Verlängerung der Frist für die Angebote in Erwägung ziehen", hieß es darin. Ein solcher Schritt sei ohnehin "nicht unüblich". Derzeit liegt die Frist bei Mitte Mai.

Der US-Konzern Northrop Grumman und sein europäischer Partner EADS hatten sich eigentlich in der vergangenen Woche aus der Ausschreibung für das neue Luftbetankungsflugzeug für die US-Luftwaffe zurückgezogen. Als Grund gaben sie an, dass die Ausschreibung des US-Verteidigungsministeriums klar auf den US-Konkurrenten Boeing zugeschnitten sei. Das Pentagon hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

EADS-Chef Louis Gallois hatte am Donnerstag vor Journalisten in New York erklärt, der Konzern habe noch keine Entscheidung darüber getroffen, ob er erneut ein Angebot vorlegt, dies aber auch nicht ausgeschlossen. In jedem Fall sei es EADS "unmöglich", bis Mitte Mai ein Angebot einzureichen. Diese Frist blieb EADS, nachdem sich sein Partner Northrop Grumman zurückgezogen hatte.

Bei der Ausschreibung des US-Ministeriums geht es um den Bau von 179 Tankflugzeugen für 35 Milliarden Dollar (25,8 Milliarden Euro). Eigentlich hatten Northrop Grumman und EADS den Auftrag 2008 bereits in der Tasche, Boeing ging aber erfolgreich dagegen vor: Der Rechnungshof des Kongresses erklärte das Vergabeverfahren für fehlerhaft und empfahl dem Pentagon die Neuausschreibung.

AFP / AFP