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Vom Manager zum Sozialarbeiter: Ex-Arcandor Chef Middelhoff tritt Job in Sozialeinrichtung an

Im Mai muss Ex-Arcandor Chef Thomas Middelhoff ins Gefängnis. Drei Jahre Haft wegen Untreue und Steuerhinterziehung. Vorher heuert er für ein paar Tage als Hilfskraft in einer Behinderteneinrichtung an.

Er war millionenschwer, der ehemalige Arcandor Chef Thomas Middelhoff. Jetzt bleibt ihm eigentlich nichts übrig, wenn er seinen neuen Job als Sozialarbeiter antritt. Wie die "Bild am Sonntag (Bams)" berichtet wird Middelhoff ab Anfang Mai für kurze Zeit als Hilfskraft in einer Sozialeinrichtung arbeiten. In den Von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel in Bielefeld soll er unter anderem behinderte Menschen betreuen. Sein Monatsgehalt betrage laut "Bams" 1785 Euro brutto. Das Geld gehe direkt an den Insolvenzverwalter.

Nachdem Middelhoff im November 2014 wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt wurde, musste der ehemalige Manager Privatinsolvenz anmelden.

Gläubiger fordern Millionen von Middelhoff 

Lange wird er jedoch nicht arbeiten können. Bereits am 6. Mai muss er in der JVA Bielefeld antreten, wie es in dem Bericht weiter heißt. Die Revision Middelhoffs wurde vom Bundesgerichtshof verworfen. 

Middelhoff hatte nach Überzeugung der Justiz als Vorstandsvorsitzender der KarstadtQuelle AG, die 2007 in Arcandor AG umbenannt wurde, privat veranlasste Reisekosten von über 300.000 Euro aus der Unternehmenskasse bezahlt. 

Daraufhin saß Middelhoff mehr als fünf Monate in Untersuchungshaft, bevor er gegen eine Kaution von 895.000 Euro auf freien Fuß kam. Middelhoffs Anwalt Hartmut Fromm sagte der "Bild am Sonntag", auch aufgrund von Middelhoffs  angeschlagener Gesundheit und eines festen Arbeitsplatzes "hoffen wir auf eine zeitnahe Unterbringung in einem offenen Vollzug". Middelhoff freue sich auf seine neuen Aufgaben im sozialen Bereich, "die er auch - soweit möglich - bei Haftunfähigkeit wahrnehmen würde", fügte Fromm hinzu.

dsw/AFP/BamS