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Traumhaftes Umsatzplus bei BASF: Die Chemie stimmt wieder

Beim Pharma- und Chemiekonzern Bayer wächst nach einem kräftigen Gewinnanstieg zu Jahresbeginn die Zuversicht auf ein Ende der Krise.

Der anziehende Konjunkturmotor setzt auch BASF mächtig unter Dampf. Der weltweite Chemieprimus schürt mit einem Gewinn- und Umsatzsprung im ersten Quartal Hoffnungen auf eine anhaltende Belebung der Branche. Wie die US-Größen DuPont und Dow Chemical profitiert BASF von starken Geschäften in Asien und einem Nachfrageschub in vielen Schlüsselindustrien.

"Die Erholung wird sich aus heutiger Sicht auch in den nächsten Quartalen fortsetzen", sagte BASF-Chef Jürgen Hambrecht am Donnerstag vor rund 6000 Aktionären auf der Hauptversammlung in Mannheim. Er warnte allerdings zugleich vor Rückschlägen: "Vor Überraschungen sind wir auch 2010 nicht sicher." Nach Worten von Finanzchef Kurt Bock ist noch unklar, ob der Aufwärtstrend anhalten wird, wenn die Kunden ihre Lager wieder aufgebaut haben.

Vor einem Jahr hatte die Konjunkturkrise BASF und die Konkurrenz noch fest im Griff. Nach der schärfsten Rezession der Nachkriegszeit wächst in der Chemiebranche, die als richtungweisend für die Gesamtwirtschaft gilt, wieder die Zuversicht. Bayer gab am Donnerstag wegen besserer Geschäfte in der Kunststoffsparte eine Anhebung der Jahresziele bekannt. Dem Schweizer Spezialchemiekonzern Clariant gelang die Rückkehr in die Gewinnzone. Die Münchener Wacker Chemie erzielte einen Gewinnsprung zum Jahresstart.

BASF setzte im Auftaktquartal 15,5 Milliarden Euro um, ein Plus von 26 Prozent. "Das ist der lebhaften Nachfrage aus fast allen Kundenindustrien, vor allem aber aus der Automobil-, Elektro- und Elektronikindustrie zu verdanken", erläuterte Hambrecht. Der Nettogewinn kletterte auf 1,03 Milliarden (Vorjahreszeitraum: 375 Millionen) Euro. Operativ übertraf BASF die Analystenerwartungen: Der um Sondereinflüsse - wie Restrukturierungen - bereinigte Betriebsgewinn wurde auf 1,95 Milliarden Euro annähernd verdoppelt.

Mit seiner Prognose blieb der Konzern aus Ludwigshafen aber vorsichtig. Hambrecht bekräftigte für 2010 lediglich die Erwartung eines deutlichen Zuwachses des bereinigten Betriebsergebnisses. Der Umsatz soll stärker zulegen als die weltweite Chemieproduktion. An der Börse hatten manche Investoren nach dem starken Jahresstart auf einen präziseren Ausblick gehofft, wie Händler sagten. Daher büßte die BASF-Aktie 2,24 Prozent auf 45,36 Euro ein.

Nachfrageschub in Asien und Südamerika

Der Aufschwung wird vor allem durch das Auslandsgeschäft getragen. "Bei den Regionen sehen wir starkes Wachstum in Asien und Südamerika. Auch Nordamerika erholt sich langsam", erklärte Hambrecht. Europa sei das Schlusslicht.

Eine deutliche Nachfragebelebung spürte BASF im Geschäft mit Basischemikalien. Auch bei Kunststoffen und den sogenannten Performance Products, zu denen etwa die Papierchemikalien zählen, zogen die Bestellungen deutlich an. Dagegen trübte der lange und strenge Winter in Europa das Geschäft im Pflanzenschutz-Bereich. In der Öl- und Gassparte spürte der Konzern die deutlich gesunkenen Erdgaspreise.

Für das laufende Quartal erwartet BASF Belastungen durch Wartungsarbeiten und die Abschaltung von Anlagen. Auch der große chinesische Standort Nanjing ist betroffen. Bis zu 100 Millionen Euro könnte dies Finanzchef Bock zufolge kosten.

Den Aktionären versprach Hambrecht, dieses Jahr wieder eine Prämie auf die Kapitalkosten zu verdienen. Daran knüpft BASF die Zahlung einer mindestens stabilen Dividende. Im vergangenen Jahr war das wegen der Wirtschaftskrise nicht gelungen, der Konzern kürzte erstmals seit 16 Jahren die Dividende.

Reuters / Reuters