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Wohnungsunternehmen: Vonovia macht Milliardengewinn und wehrt sich gegen Kritik: "Wir sind kein Mietpreistreiber"

Deutschlands größter Wohnungskonzern Vonovia kann sich über einen satten Milliardengewinn freuen. Trotz der vollen Kassen: Vonovia hat nicht so viele Wohnungen bauen können wie gewollt.

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Vonovia ist Deutschlands größer Wohnungskonzern

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Mit einem Milliardengewinn im Rücken will Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia den Bau neuer Wohnungen nahezu verdoppeln. Nach 1100 Wohnungen im vergangenen Jahr sollen 2019 mindestens 2000 Einheiten fertiggestellt werden, wie Vorstandschef Rolf Buch am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf ankündigte. Fehlende Baugenehmigungen bremsten einen noch größeren Neubau. "Es liegt nicht an den Grundstücken und nicht am Geld", sagte Buch. Vonovia vermietet insgesamt rund 400.000 eigene Wohnungen in Deutschland, Österreich und Schweden

Aufgrund der deutlich gestiegenen Kosten für Grundstücke und Bauleistungen könnten Neubauten in Großstädten oft nur noch als Kombi-Paket aus Mietwohnungen und Eigentumswohnungen realisiert werden, sagte Vonovia-Vorstand Daniel Riedl. Dabei werde der überwiegende Teil der Grundstückskosten über den Verkauf von Eigentumswohnungen abgedeckt werden. 

Ein drängendes Problem sieht Vorstandschef Buch bei der Bereitstellung altersgerechter Wohnungen. In Deutschland würden in etwas mehr als zehn Jahren rund drei Millionen Wohnungen benötigt, in der ältere Menschen leben könnten. "Wir haben weniger als eine Million", sagte Buch. Auch diese Zahlen zeigten, dass eine gesamtgesellschaftliche Anstrengung beim Wohnungsbau nötig sei.

Zukäufe im Ausland sowie höhere Mieteinnahmen haben das operative Ergebnis nach Zinsen und Steuern erstmals über die Marke von einer Milliarde Euro getrieben. Mit 1,07 Milliarden Euro legte das Dax-Unternehmen im Jahresvergleich um 16 Prozent zu. Die Dividende soll für 2018 wie geplant um 12 Cent auf 1,44 Euro je Aktie klettern. 

Vonovia wehrt sich gegen Kritik

Die Mieteinnahmen stiegen bei weiterhin geringem Leerstand um gut 13 Prozent auf knapp 1,9 Milliarden Euro. Die durchschnittliche Miete erhöhte sich um rund 4 Prozent auf 6,52 Euro pro Quadratmeter. "Das sind keine Luxusmieten", sagte Buch. Vonovia sei kein Preistreiber, "weder im Bestand, noch bei Neuvermietungen".

In die Modernisierung und Instandhaltung sowie den Neubau von Wohnungen will Vonovia in diesem Jahr rund 2 Milliarden Euro investieren, nach knapp 1,6 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Buch bekräftigte die Ankündigung, die Mietsteigerungen nach einer Modernisierung auf 2 Euro je Quadratmeter zu begrenzen. Vonovia hatte damit auf Proteste der Mieter reagiert. 

Mit dem reduzierten Satz ließen sich komplexe Sanierungsvorhaben nicht umsetzen, betonte Buch. Das bisherige Niveau von 5 Prozent modernisierter Wohnungen im Jahr könne deshalb wohl nicht aufrecht erhalten werden. Im vergangenen Jahr seien die Mieten nach Sanierungen im Schnitt um 1,50 Euro pro Quadratmeter erhöht worden.

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kg / DPA