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Kettenbrief: Wegen Fake-Meldung via Whatsapp überrennen Kunden eine Bankfiliale in London

Alarmierte Kunden eilten vergangenes Wochenende eine Filiale der Metro Bank in London. Sie saßen einer Falschmeldung auf, die sich zuvor als Whatsapp-Kettenbrief verbreitet hatte und wollten panisch ihr Geld abheben.

Wegen Whatsapp-Fake-Meldung stürmen Kunden eine Bankfiliale

"Falls ihr Konten oder Schließfächer bei der Metro Bank besitzt: leert diese sobald als möglich …", stand in der Whatsapp-Nachricht

Getty Images

Vor einer Filiale der britischen Metro Bank im Londoner Stadtteil Harrow versammelten sich am Wochenende aufgeschreckte Bankkunden, um ihre Spareinlagen in Sicherheit zu bringen. Sie glaubten einer via Whatsapp verbreiteten Warnmeldung, dass der Bank die Insolvenz drohe und ihre Ersparnisse dadurch gefährdet seien.

"Falls ihr Konten oder Schließfächer bei der Metro Bank besitzt: leert diese sobald als möglich. Der Bank stehen finanziell schwierige Zeiten bevor, sie könnte geschlossen werden oder in die Insolvenz müssen. Ihr Aktienwert sank bereits um 85 Prozent binnen eines Jahres …", stand in der Nachricht. Daraufhin machten sich viele besorgte Kunden auf zu den Filialen der Metro Bank, wie der "Guardian" berichtete.

Die Filiale im Nordwest-Londoner Stadtteil Harrow zählte 40 Kunden, die gegen Mittag gleichzeitig Geld abheben oder den Inhalt ihrer Schließfächer leeren wollten. Einige von ihnen verharrten bis zu 30 Minuten lang in der Warteschlage, um etwa Familienschmuck oder Edelsteine zurückzuholen.

Besonders raffiniert an der Falschmeldung in Form eines Kettenbriefes war, dass ihr Inhalt nicht völlig an den Haaren herbeigezogen war. Der Aktienwert der Metro Bank sank tatsächlich seit Januar um etwa 80 Prozent. Grund hierfür ist jedoch nicht eine drohende Insolvenz des Institutes. Die Bank kam Anfang des Jahres in Schwierigkeiten, nachdem sie durch eine Prüfung der britischen Bankenaufsicht Risikobewertungen korrigieren musste. In der Folge stieg ihr Eigenkapitalbedarf, den die Bank jedoch kurzfristig nicht decken konnte. Das fehlende Vertrauen in die Liquidität der Bank ließ ihren Aktienkurs von einst 40 Pfund (circa 45 Euro) auf unter 5 Pfund (circa 5,70 Euro) sinken.

Ersteller der Whatsapp-Falschmeldung blieb unbekannt

Eine Gefahr für die Kundengelder oder Wertgegenstände bestand jedoch zu keiner Zeit. Die Bank verbuchte mit ihren knapp zwei Millionen Kunden einen Quartalsgewinn von etwa fünf Millionen Euro. Auch garantiert die gesetzlich verankerte britische Einlagensicherung allen Privatkunden eine Absicherung ihrer Bankeinlagen bis zu einem Wert von 85.000 Pfund (knapp 100.000 Euro).

"Die Gerüchte entbehren jeglicher Grundlage. Wir versichern all unseren Kunden, dass es diesbezüglich keinerlei Grund gibt, besorgt zu sein. Wir arbeiten profitabel und wurden durch die unabhängige britische Wettbewerbsaufsicht als Bank mit der höchsten Kundenzufriedenheit ausgezeichnet." zitiert der "Guardian" einen Sprecher der Metro Bank.

Woher genau die panikverbreitende Ursprungsnachricht stammte, blieb bisher im Dunkeln. Auch wollte das Institut keine Angaben zur Höhe der kurzfristig abgehobenen Geldbeträge machen.

Quelle: "Guardian"

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km