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Angstmache und Falschmeldungen Whatsapp: Mit dieser Maßnahme will der Messenger sein Kettenbrief-Problem lösen

Smartphones beherbergen intimste Informationen
Kettenbriefe beschäftigen Whatsapp seit Jahren
© martin-dm / Getty Images
Seit Jahren versucht Whatsapp, im Kampf gegen Kettenbriefe die Oberhand zu gewinnen. Nun hat man bei Facebook eine neue Idee.

Das Problem lässt Whatsapp nicht los: Immer wieder machen bei dem beliebten Messenger Kettenbriefe die Runde. Mit verschiedenen Maßnahmen bekam man in den letzten Jahren einige der schlimmsten Auswüchse in den Griff. Doch ausgerechnet eine der größten Herausforderungen der Konzernmutter Facebook blieb bei Whatsapp weiter bestehen.

Die Rede ist von Angstmache und Falschmeldungen, die sich über die Teilen-Funktion des Messenger rasant verbreiten. In Deutschland ist das oft harmlos. Da wird gewarnt, dass bestimmte Kontakte einfach nur durch speichern der Kontaktinfomationen das Smartphone übernehmen könnten. Natürlich ist die Angst vor Ute Lehr und den zahlreichen anderen ausgedachten Kontakten völlig unsinnig, an der Warnung ist nichts dran. Trotzdem taucht die Nachricht mit gleichem Wortlaut und unter anderen Namen immer wieder im Netz auf. Ein neues Feature soll das nun ändern.

Mit Informationen gegen Falschmeldungen

In Zukunft erscheint neben Nachrichten, die mehrfach weitergeleitet wurde, dann ein Lupensymbol. Klickt man darauf, durchsucht man ohne weiteren Aufwand das Netz nach dem Wortlaut der Nachricht. Bei Falschmeldungen führt das in der Regel zu Ergebnissen, in denen diese aufgedeckt werden. Wie etwa dieses Stück des stern zu Ute Lehr. Whatsapps Hoffnung: Können sich die Nutzer schnell und unkompliziert informieren, was an der Meldung dran ist, werden falsche Informationen vermutlich weniger häufig geteilt.

In Deutschland wird man darauf aber noch warten müssen: Whatsapp kündigte an, die Funktion zunächst in Brasilien, Großbritannien, Irland, Italien, Mexiko, Spanien und den USA freizuschalten, andere Länder sollen später folgen.

Echte Gefahr durch Kettenbriefe

Dass Whatsapp den Kampf gegen Kettenbriefe so ernst nimmt, hat gute Gründe. Zwar ist die Welle an Abzocknachrichten, die vor einigen Jahren durch den Messenger schwappte, spürbar abgeflaut. Die Falschmeldungen und Angstmache stellen den Konzern aber längst vor viel größere Probleme. Während die Nachrichten zu Ute Lehr keinen echten Schaden anrichten, ist das bei anderen Kettenbriefen schon anders. Die Kunstfigur Momo jagte auch hierzulande vielen Kindern Angst ein, auch wenn die vermeintliche Selbstmord-Challenge sich mittlerweile als Fake herausgestellt hat.

In anderen Ländern gehen die Probleme noch deutlich weiter: In Indien, wo der Messenger 400 Millionen aktive Nutzer hat, wurden weitergeleitete Whatsapp-Nachrichten schon mehrfach mit Gewaltausbrüchen und sogar Lynchungmorden von vermeintlichen Verbrechern in Verbindung gebracht. In Brasilien sollen Diffamierungen gegen politische Konkurrenten als Kettenbriefe verteilt worden sein, um so die Wahl zu manipulieren.

Betrachtet man die Vorwürfe wegen Fake News, denen sich die Konzernmutter Facebook gegenüber sieht, verwundert es daher kaum, dass Whatsapp mit immer neuen Maßnahmen dagegen vorgeht. So beschränkte man die Weiterleitung auf fünf Chats gleichzeitig, mehrfach weitergeleitete Nachrichten werden mittlerweile mit einem Symbol belegt. Die erste Maßnahme war enorm erfolgreich: Sie sorgte dafür, dass die Weiterleitungen weltweit um ein Viertel einbrachen. Ganz abschaffen will Whatsapp die Funktion aber nicht. Das Ziel sei, sie als persönliches Werkzeug für Freunde zu behalten.

Quelle:Whatsapp, Times of India, New York Times


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