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Aufhebungsverträge angeboten: Zara will lästige Mitarbeiter loswerden - Mamis und Kranke im Visier?

Die Modekette Zara versucht offenbar, an deutschen Standorten Dutzende unliebsamer Mitarbeiter loszuwerden. Der Betriebsrat erhebt schwere Vorwürfe, der Konzern wiegelt ab.

Zara

Zara versucht offenbar, unliebsame Mitarbeiter loszuwerden

Der spanische Modekonzern Inditex ist eines der größten Textilunternehmen der Welt. Firmenchef Amancio Ortega ist laut Forbes mit einem Vermögen von rund 76 Milliarden Euro der reichste Mann Europas. Doch als einfacher Verkäufer bei Zara, der wichtigsten Marke des Konzerns, ist das Leben alles andere als sorgenfrei. Wie der Spiegel berichtet, versucht Zara in Deutschland derzeit, Dutzende von Verkäufern mit Aufhebungsverträgen aus dem Unternehmen zu drängen.

Der Zara-Betriebsrat beschuldigt die Firma, Mitarbeiter, "die nicht mehr in das Personalmodell der Zara passen, aus dem alltäglichen Arbeitsprozess wegzudrängen", wie das Magazin aus einem internen Schreiben zitiert. Loswerden will der Konzern demnach vor allem Mütter und Mitarbeiter, die länger krank gewesen sind.

Zara bestätigte dem Spiegel, dass einer Reihe von Mitarbeitern Aufhebungsverträge angeboten worden sind. Dabei handle es sich aber um Einzelfälle. Am Standort München sei 27 von 480 Mitarbeitern "ein freiwilliger Austritt angeboten" worden. Bei den Betroffenen handle es sich um Mitarbeiter "mit einer ungewöhnlich hohen Arbeitsabwesenheit ohne klar erkennbaren Grund". Zara betont, dass lediglich drei der Betroffenen Mütter seien. 

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Zara-Verkäuferin: "Versuchen, uns Mamis loszuwerden"

Laut Zara-Betriebsrat ist das Problem aber größer. So hätten auch in Filialen in Hannover, Stuttgart und Hamburg Trennungsgespräche stattgefunden. Insgesamt seien mehr als 40 Mitarbeitern Aufhebungsverträge nahegelegt worden. Eine betroffene junge Mutter berichtet, nach dem zweiten Kind habe sie darum gebeten, Teilzeit arbeiten zu dürfen. Stattdessen kam das Trennungsangebot. "Die versuchen, uns Mamis und alte Mitarbeiter loszuwerden", sagt die anonyme Mitarbeiterin.

Auch wenn Zara bestreitet, gezielt Mütter ins Visier zu nehmen, so ist doch offensichtlich, dass diese es im Betrieb besonders schwer haben. Der Schichtdienst mit langen Ladenöffnungszeiten ist wenig familienfreundlich. Hilfen wie Betriebskitas gibt es nicht. Stattdessen rät Zara laut Spiegel-Bericht jungen Müttern, sich ein Netzwerk zur Kinderbetreuung aufzubauen und außerhalb der Kitazeiten Tagesmütter zu engagieren oder Freunde einzuspannen.

bak
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