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Zitterpartie um Karstadt-Mieten: Nach der Rettung ist vor der Rettung

Das Zittern um die Zukunft der Warenhauskette Karstadt geht in eine weitere Runde: Nach dem Zuschlag für Karstadt-Investor Nicolas Berggruen hängt die Rettung der Warenhauskette von einer schnellen Einigung mit dem Vermietern ab.

Nach dem Zuschlag für Karstadt-Investor Nicolas Berggruen hängt die Rettung der Warenhauskette von einer schnellen Einigung mit dem Vermietern ab. Unter Hinweis auf die noch fehlenden Mietverträge vertagte das Essener Amtsgericht am Donnerstag die eigentlich für diesen Tag vorgesehene Bestätigung des Karstadt- Insolvenzplans um weitere gut fünf Wochen. Karstadt-Investor Berggruen hatte im Bieterrennen um Karstadt den Zuschlag erhalten, ohne dass zuvor eine Einigung mit den Vermietern erfolgt wäre.

Den Kaufvertrag für das Unternehmen mit bundesweit 120 Warenhäusern und 25 000 Beschäftigten hatte der Investor deshalb nur unter Vorbehalt unterschrieben. Damit der Vertrag rechtskräftig wird, muss noch eine Einigung über die von Berggruen geforderten Mietsenkungen mit dem Karstadt-Hauptvermieter Highstreet erfolgen. Highstreet besitzt gut zwei Drittel der Karstadt-Warenhäuser.

Nur wenn die Einigung bis zum nächsten Gerichtstermin am 16. Juli vorliegt, können die die Essener Richter endlich grünes Licht für den Karstadt-Insolvenzplan geben. Das Gericht hatte die Entscheidung bereits Anfang der vergangenen Woche unter Hinweis auf die damals noch nicht abgeschlossene Investorensuche vertagt.

Nach Informationen des Insolvenzverwalters gehe das Gericht davon aus, dass die Bedingungen in "absehbarer Zeit" erfüllt werden könnten, hieß es in der Erklärung des Gerichts. Neben dem Abschluss der Mietverträge mit den Immobilieneigentümern müssten noch die notwendigen kartellrechtlichen Genehmigungen erteilt werden.

Voraussichtlich Anfang kommender Woche wollen Highstreet und Berggruen nach einer Lösung suchen. Ein Treffen sei für den kommenden Montag in London geplant, hieß es aus Kreisen. Dem Vernehmen nach sollen zwischen 50 und 70 Anteilseigner des Immobilienfonds an der Zusammenkunft teilnehmen. Größter Anteilseigner ist mit 51 Prozent die Investmentbank Goldman Sachs. Highstreet war zuvor ebenso wie der Investor Triton mit einem eigenen Angebot für die Karstadt-Übernahme nicht zum Zuge gekommen.

Der Immobilienfonds hat nach eigenen Angaben bereits Mietsenkungen von zusammen knapp 400 Millionen Euro über mehrere Jahre für die Warenhäuser angeboten. Im Gegenzug für mögliche Mietsenkungen sollen einige Highstreet-Anteilseigner Anteile an der Warenhauskette gefordert haben, hieß es aus Kreisen.

DPA / DPA