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Discounter: Schokoweihnachtsmänner im Regenbogen-Outift - Penny bestellt Shitstorm und bekommt ihn

Beim Discounter Penny weiß man, wie man Aufmerksamkeit schafft. Seit Jahren sorgt der "Zipfelmann" vor Weihnachten für Aufregung. Jetzt wurde der Schokofigur ein Regenbogen-Outfit verpasst - und Penny Zielscheibe eines kalkulierten Shitstorms.

Stein des Anstoßes: Der "Regenbogen-Zipfelmann" des Lebensmitteldiscounters Penny

Stein des Anstoßes: Der "Regenbogen-Zipfelmann" des Lebensmitteldiscounters Penny

Der Lebensmitteldiscounter Penny überrascht mit einem alten Produkt in neuem Gewand: Unter anderem bei Facebook kündigte das Unternehmen an, dass in seinen Filialen ab Montag frech zwinkernde Schokoladenweihnachtsmänner im Regal stehen. So weit, so normal. Das Besondere: Statt im klassischen Rot sind die Süßigkeiten in Regenbogenfarben verpackt.

"Den zwei Regenbogen-Varianten haben wir die kulturübergreifende Botschaft für Frieden, Liebe, Toleranz und Weltoffenheit quasi auf den Schoko-Leib geschneidert. Werte, für die wir als Unternehmen ebenso stehen, wie die Mehrheit unserer Gesellschaft", erklärt Penny-Manager Stefan Magel zu den neuen Produkten, die das Handelsunternehmen unter dem Slogan "Regenbogenliebe" in die Märkte bringt.


Penny wusste, was passieren wird

Bei Penny dürften sie gewusst haben, dass sie es mit den bunten Schokoweihnachtsmännern in die Schlagzeilen schaffen. Denn natürlich gibt es für die Aktion jede Menge (virtuellen) Applaus, aber - fast wie bestellt - ruft der Marketingcoup auch jede Menge Kritiker auf den Plan, die den Untergang des Abendlandes kommen sehen. Sie fürchten durch die bunten "Zipfelmänner" um ihr Weihnachtsfest im Speziellen und den Verlust der hiesigen Kultur im Allgemeinen:


Penny weiß, dass auf die Empörungswelle Verlass ist. Schon in den vergangen Jahren, als der "Zipfelmann" genannte Weihnachtsmann in anderen Outfits verkauft wurde, hatte des Unternehmen jede Menge Verärgerung bei einigen Nutzern der sozialen Netzwerke hervorgerufen - mit dem "Regenbogen-Zipfelmann" treibt es der Discounter jetzt auf die Spitze.


Auch andere Firmen und Institutionen können sich stets sicher sein, dass jegliche Abweichung von der vermeintlichen "Norm" diese oder ähnliche Reaktionen auslöst: Ob der Einbau eines Hock-Klos in einem Kölner Kulturzentrum, die Einladung von Flüchtlingen zu einem Fußballspiel von Dynamo Dresden, die Gestaltung eines Lindt-Adventskalendern mit einem Motiv aus "Tausendundeiner Nacht" oder zuletzt ein Halbmond als Teil einer stilisierten orientalischen Burg auf einem Kinderspielplatz in Berlin-Neukölln - der Shitstorm folgt auf dem Fuße.

"Auch den klassischen Nikolaus wird es geben"

Weggenommen wird im Übrigen niemandem etwas: "Keine Angst, den klassischen Nikolaus wird es auch in diesem Jahr wieder geben“, versucht Penny-Manager Stefan Magel alle Besorgten zu beruhigen. Unter dem bunten Gewand des "Zipfelmannes" bleibt ohnehin alles beim Alten: Er ist braun und hohl.

Über die mediale Aufmerksamkeit für den "Regenbogen-Zipfelmann" wird sich Penny vermutlich trotzdem freuen. Gern geschehen - Weihnachten ist schließlich das Fest der Liebe.

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