Weniger Netto vom Brutto
So stark steigt Ihr Rentenbeitrag 2028 (wenn sich nichts ändert)

Das wird teuer: Ohne Reformen steigt der Rentenbeitrag laut aktuellen Berechnungen in den kommenden Jahren kräftig an (Symbolbild)
Das wird teuer: Ohne Reformen steigt der Rentenbeitrag laut aktuellen Berechnungen in den kommenden Jahren kräftig an (Symbolbild)
© South_agency / Getty Images

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Wenn die Politik nichts tut, steigt der Rentenbeitrag für Arbeitnehmer schon 2028 drastisch. Eine aktuelle Schätzung der Rentenversicherung zeigt, wie teuer es wird.

Die Rentenkommission soll der Bundesregierung bis Ende Juni Vorschläge präsentieren, wie das Rentensystem zukunftsfest werden kann. Wie dringend sich etwas tun muss, untermauert die aktuelle Frühjahrsfinanzschätzung der Deutschen Rentenversicherung. Die Zahlen zeigen: Wenn die Politik nicht gegensteuert, dürften die Rentenbeiträge schon 2028 noch stärker steigen als ohnehin schon angenommen.

Laut der Prognose steigt der Beitragssatz zur Rentenversicherung im Jahr 2028 von derzeit 18,6 Prozent auf 19,9 Prozent des Bruttoeinkommens. Das ist noch einmal etwas mehr, als die 19,8 Prozent, von denen die Experten der Rentenversicherung noch im vergangenen Herbst ausgegangen waren.

Explosion des Rentenbeitrags?

Und das ist erst der Anfang der Beitragsexplosion: 2029 wird laut Prognose die 20-Prozent-Marke geknackt. Bis 2035 rechnen die Experten der Rentenversicherung mit einem Anstieg auf 20,9 Prozent und bis 2040 auf 21,1 Prozent. Ein schwacher Trost: Im Herbst war die Rentenversicherung noch davon ausgegangen, dass die Beiträge bis dahin sogar 21,2 Prozent betragen werden.

Der Rentenbeitrag wird je zur Hälfte vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer bezahlt. Eine Erhöhung des Beitragssatzes von 18,6 auf 19,9 Prozent des Bruttoeinkommens würde Arbeitnehmer demnach zusätzliche 0,65 Prozentpunkte ihres Bruttos kosten – das sind in der Regel einige Hundert Euro im Jahr.

Ein Beispiel: Ein Beschäftigter mit 4000 Euro Monatsbrutto müsste ab 2028 statt 372 Euro jeden Monat 398 Euro in die Rentenkasse abführen. Aufs Jahr gerechnet sind das bei zwölf Monatsgehältern 312 Euro mehr. Im Jahr 2040 wäre der Rentenbeitrag 50 Euro im Monat oder 600 Euro im Jahr höher als heute. Wer mehr verdient, für den fallen die Beitragserhöhungen in absoluten Zahlen noch höher aus (siehe Tabelle). Das gilt bis zur Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 8450 Euro monatlich.

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Sozialversicherungen unter Druck

Und das ist nur die Rechnung für die Rentenversicherung. Da auch Kranken- und Pflegeversicherung unter Druck stehen, könnten auch dort die Abgaben steigen. Die Wirtschaftsweisen rechnen in ihrem aktuellen Gutachten damit, dass die Sozialversicherungsbeiträge insgesamt von derzeit 42,3 Prozent auf knapp 50 Prozent im Jahr 2040 klettern werden.

Was die Rentenversicherung betrifft, kann es aber auch noch ganz anders kommen. Ob die Beiträge tatsächlich so stark steigen, hängt maßgeblich davon ab, welche Reformen die Bundesregierung bis dahin umsetzt. Alle Ideen und Vorschläge, über denen die Rentenkommission derzeit noch im Geheimen brütet und die den Beitragssatz stabilisieren könnten, sind in den Berechnungen noch nicht enthalten. 

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