VG-Wort Pixel

Geldtipps Die Inflation steigt: So könnt ihr selbst Geld sparen – und anderen Leuten helfen, wenn ihr dazu in der Lage seid

Frau tut Münze in ein Sparschwein
In Krisenzeiten zählt für manche Menschen jeder Cent
© Rostislav_Sedlacek / Getty Images
Die aktuelle Inflation und steigende Preise machen allen Menschen in Deutschland zu schaffen. Besonders hart trifft es diejenigen, die schon vorher knapp bei Kasse waren. Wir geben Tipps und Tricks für jede Person.

Inhaltsverzeichnis

Diese Situation ist nicht neu: Renten sind schon länger viel zu klein. Und Studierende haben auch früher schon Nebenjobs gehabt, um das Konto aufzubessern. Aber die aktuelle Krisensituation verstärkt diese Not noch.

Was kann man in dieser Situation tun? Und was kann man als gut-verdienende Person tun, um Menschen in Geldnot zu unterstützen?

Wie man sich selbst helfen kann

▸ Beim Einkauf

  • Angebote nutzen:
    Bei Einkäufen im Supermarkt lohnt es sich, die Preise in der Werbung zu vergleichen und dort einzukaufen, wo es wirklich am günstigsten ist. Wichtig dabei: Nicht immer sind die Angebote mit den größten Rabatten auch wirklich günstig. Ein Preisvergleich mit anderen Läden und Eigenmarken lohnt sich daher immer.
  • Fast abgelaufene Lebensmittel im Supermarkt kaufen:
    In vielen Supermärkten und Discountern gibt es eine Ecke, in der fast abgelaufene Lebensmittel zu einem geringeren Preis angeboten werden. Hier lohnen sich regelmäßige Blicke. Aber unbedingt daran denken, diese Lebensmittel auch zeitnah zu verbrauchen. Wie lange ihr die Produkte noch gefahrlos essen könnt, ist je nach Lebensmittel unterschiedlich. Wir zeigen einen Überblick über beliebte Produkte:
  • Sonderposten-Märkte besuchen:
    Noch einen Schritt weiter gehen Sonderposten-Märkte. Diese haben sich darauf spezialisiert, Saisonware oder abgelaufene Lebensmittel in großen Mengen aufzukaufen und mit Rabatten wieder zu verkaufen. Die Auswahl ist hier dementsprechend kleiner als im Supermarkt, dafür sind die Preise aber auch oft deutlich geringer. Die App "Too Good To Go" verfolgt einen ähnlichen Ansatz: Hier könnt ihr Essen bei Bäckern, Restaurants und Imbissen kurz vor Ladenschluss reservieren und vergünstigt kaufen.
  • Rabatte beim Online-Shopping:
    Beim Online-Shopping gibt es mehrere Tricks, um Geld zu sparen: Über Gutschein-Seiten findet man bei vielen Shops kleine Rabatte und Ermäßigungen. Ebenfalls hilfreich sind Cashback-Portale. Darüber bekommt ihr für euren Einkauf Geld gutgeschrieben, das euch später erstattet wird. Wie beim Offline-Einkauf gilt auch hier: Nicht jedes Angebot und jeder Gutschein ist wirklich ein echter Spar-Tipp, manchmal ist das Angebot von Wettbewerbern ohne Gutschein immer noch günstiger.

▸ Beim Kochen

  • Weniger Zutaten verwenden:
    Statt drei oder vier Sorten Gemüse, gibt es nur noch zwei oder drei Komponenten im Essen. Nudeln mit Tomatensauce schmecken auch mit Zwiebeln und Möhren. Es braucht nicht immer Hack, eine Fleischalternative oder Käse zur Geschmacksexplosion.
  • Brot bzw. Brötchen selber backen:
    Schlichte Rezepte sind leicht gemacht und kosten nicht viel. Wer nicht viel Talent hat, kann sich mit Backmischungen behelfen. Auch wenn es vielleicht nicht ganz so lecker ist, wie das handwerklich ausgereifte Brot der Bäckerei: Satt macht es allemal. Und manchmal macht das Backen auch noch Spaß!
  • Tee mehrfach oder kalt aufgießen:
    Das geht nicht mit jedem Tee. Aber bei Tees mit ungefährlichen Inhaltsstoffen kann man durchaus denselben Teebeutel für mehrere Tassen verwenden oder den Tee zum Energiesparen kalt aufgießen. Beides kann den Geschmack leicht verändern, weil die Bitterstoffe mehr oder weniger stark durchkommen, als bei einmaligen Aufgießen mit heißem Wasser.
  • Leitungswasser trinken:
    Leitungswasser ist günstiger als gekauftes Wasser aus der Flasche und hat in Deutschland sehr gute Qualität. Zwei Punkte, auf die ihr achten solltet: Selten werden Warnungen für bestimmte Gebiete ausgegeben. Und: Wenn ihr den Wasserhahn häufiger reinigt, verhindert ihr, dass ungesunde Ablagerungen ins Trinkwasser geraten. Wem pures Wasser zu langweilig ist, der kann sich mit Säften eine Schorle mischen. Das ist übrigens sogar gesünder als purer Saft: Denn in Fruchtsäften ist viel Zucker enthalten. Wer das verdünnt, nimmt mit der gleichen Menge Flüssigkeit automatisch weniger Zucker zu sich.
  • Lebensmittel einfrieren bzw. kühlen:
    Ein Trick, den besonders Ältere noch gut beherrschen: Was nicht gebraucht wird, aber noch gut ist, einfach einfrieren. Das gilt sowohl für unbearbeitete Lebensmittel, als auch für gekochte Gerichte. Einfach bei Bedarf wieder auftauen. Im Nachteil sind hier jedoch Menschen mit kleinen Gefrierfächern oder ohne Mikrowelle. Dazu:
    Erstens: Der Platz in Gefrierfächern lässt sich mit kleinen, stapelbaren Behältnissen besser nutzen, als mit Packungen und in Folie verpackten Tellern. Auch eine Tiefkühlpizza nimmt ohne Karton weniger Platz weg, als mit Karton.
    Zweitens: Viele Gerichte kann man auch in Pfanne oder Ofen aufwärmen.
    Drittens: Wenn der Platz im Gefrierfach wirklich nicht reicht, hilft bei manchen Lebensmitteln schon kühlen im Kühlschrank, um sie länger haltbar zu machen. Äpfel, Paprika, Gurken – alles frische Lebensmittel, die im Supermarkt nicht kühl gelagert werden, daheim im Kühlschrank aber länger halten.
  • Gemüsereste länger haltbar machen:
    Was man auch mit Gemüseresten anstellen kann: Eigene Brühe herstellen. Dafür gibt es simple Anleitungen im Internet. Das spart Geld, kostet aber Zeit und Geduld beim Sammeln der Gemüsereste. (Damit diese nicht schimmeln, unbedingt in einem Behälter kühlen.) Ebenfalls möglich: Gemüse durch Fermentieren länger haltbar machen. Den Prozess dahinter kennt ihr von Kimchi – oder ganz traditionell vom Sauerkraut.
  • Gemüsereste an Haustiere weitergeben:
    Nicht nur gesund, sondern auch praktisch: Hunde und Nagetiere freuen sich beispielsweise über Karotten, die man ohne Probleme mit ins Futter tun kann. Für Nagetiere eignen sich nach gründlichem Abwaschen sogar die meisten Gemüseschalen. Aber Vorsicht: Vorher solltet ihr euch unbedingt informieren, welche Lebensmittel euer Tier verträgt und, um allergischen Reaktionen vorzubeugen, mit geringen Mengen starten.
Haushaltsmythen: Mit diesen Tipps können Sie Strom sparen
  • Essen teilen:
    Wer zu viel eingekauft hat, kann das Essen mit Nachbar*innen oder Freund*innen teilen. Das spart zwar noch nicht direkt Geld, allerdings revanchieren die sich im besten Fall. In vielen Städten gibt es inzwischen sogar öffentlich zugängliche Kühlschränke, in denen man Essen tauschen kann. Wer in der einen Woche etwas hineinlegt, kann also in der nächsten Woche selbst sparen. Im Unterschied zur Tafel braucht es bei Foodsharing-Initiativen oft keinen Nachweis über die finanzielle Situation. Der Gemeinschaftsgedanke und das Ziel, Lebensmittel zu retten, stehen über Kontrolle. Wer nicht tauschen möchte, kann natürlich auch direkt zusammen mit anderen Menschen kochen – und sich die Kosten für die Zutaten einfach teilen.

▸ Energie

  • Strom- und Gasanbieter wechseln:
    Je nach Konditionen, kann man hierüber viel Geld einsparen. Manchmal lohnt es sich den eigenen Anbieter zu kontaktieren und nach besseren Angeboten zu fragen. (Oder zu sagen, man wolle kündigen. Manchmal – aber auch nur manchmal – bekommt man dann bessere Angebote, als das aktuelle.)
  • Ofenwärme nutzen:
    Nach dem Backen könnt ihr den Ofen offen stehen lassen. Das macht vor allem kleine Wohnungen schön warm. Dafür nicht vergessen die Küchentür offen stehen zu lassen, damit sich die Wärme auch verteilen kann. Aber Achtung: Haustiere und Kinder vom heißen Ofen fern halten.
  • Energiesparmodus statt Stand-by – oder direkt ausschalten:
    Geräte im Standby-Modus verbrauchen weiter Energie. Auch in der Homeoffice-Mittagspause solltet ihr also elektrische Geräte wie Bildschirme oder Laptop ausschalten, statt sie im Standby-Modus bzw. am Stromkabel zu lassen. Noch einfacher ist es bei Smartphones und Laptops: Aktiviert hier den Stromsparmodus und ihr verbraucht auch während der Benutzung deutlich weniger Energie.
  • Stoßlüften:
    Meistens lüftet man im Winter, um frische Luft in den Raum zu bekommen, nicht um die Wärme loszuwerden. Wer etwa fünf Minuten lang stoßlüftet – also alle Fenster auf einmal aufreißt, sorgt für Luftaustausch, verliert jedoch nur wenig Wärme. Dabei lohnt es sich vor allem, gegenüberliegende Fenster zu öffnen – dadurch entsteht möglichst viel Austausch.
  • Kerzen zur Beleuchtung nutzen:
    Wo immer es sicher ist, spart das Energie und sorgt für eine gemütliche Atmosphäre. Zusätzlich können viele Kerzen die Raumtemperatur um bis zu zwei Grad Celsius anheben – je nach Anzahl der Kerzen und der Raumgröße. Aber Achtung: Kerzen niemals unbeaufsichtigt lassen. Kinder und Haustiere fern halten. Regelmäßig lüften, um Schadstoffbildung zu vermeiden – Stoßlüftung für fünf Minuten reicht (s.o.).
  • Zimmer unterschiedlich warm heizen:
    Wo ihr euch kürzer aufhaltet, muss der Raum nicht ganz so warm sein. In der Küche, im Flur, im Bad und im Schlafzimmer – denn kühler schläft man besser – reichen daher 18 Grad als Raumtemperatur aus. Im Wohn-, Arbeits- und Kinderzimmer hingegen sind 20-22 Grad angebracht.
  • Fenster isolieren:
    Über die Fenster geht viel Wärme verloren und Kälte dringt ein. Das gilt nicht nur für schlecht isolierte oder alte Fenster. Auch Fensterscheiben können Schwachstellen sein. Hier hilft nachrüsten – oder die Fenster abdecken. Vorhänge schließen oder Rollos tagsüber unten lassen, wenn die Sonne nicht ins Fenster scheint. Einziger Nachteil: Die Zimmer bleiben dunkel und man verbraucht etwaigen Strom für Lichter.
  • Wärmflaschen mit Salz:
    Maximal 60 Grad heißes Wasser einfüllen und nur bis zu zwei Drittel voll machen. Ein paar Löffel Salz ins heiße Wasser geben. Luft aus der Flasche drücken (sonst kann sich heißer Wasserdampf bilden und die Flasche könnte platzen). Flasche schütteln, um das Salz zu verteilen. Mit Salz bleibt sie länger warm. Auch möglich – wer sich nicht scheut, die Flasche von innen zu reinigen: Nudel- oder Kartoffelwasser nach dem Kochen in die Wärmflasche geben. Achtung: Wärmflasche niemals direkt auf die Haut legen, da es zu Verbrennungen kommen kann, und heiße Wasserreste an der Flaschenöffnung vor Gebrauch entfernen.

▸ Hygiene und Körperpflege

  • Wiederverwendbare Hygieneartikel kaufen:
    Tampons und Binden sind teuer und schlecht für die Umwelt. Wesentlich nachhaltiger sind wiederverwendbare Alternativen. Die einmalig hohe Summe der Anschaffung hat man relativ schnell wieder heraus, wenn man die monatlichen Ausgaben für die typischen Produkte gegenrechnet. Produkte nach dem Benutzen bitte unbedingt gründlich reinigen.
  • Trockenshampoo benutzen:
    Das spart Wasser, geht aber nicht bei jedem Haartypen. Viele Trockenshampoos sollen ausgekämmt werden, was ein großer Nachteil für Menschen mit lockigen Haaren ist. Außerdem sind viele Trockenshampoos relativ teuer. Wo man Wasser (und Energie fürs Erhitzen) spart, gibt man eventuell mehr Geld fürs Shampoo aus.
  • Friseur*innen-Azubis:
    Wer sich informiert, stößt auf Übungsabende oder Prüfungen von Auszubildenden bei Friseur*innen. Model zu sitzen, kostet meist nichts – außer Vertrauen. Aber braucht man das für Friseur*innenbesuche nicht immer?
  • Leere Tuben aufschneiden:
    Oder in eine Tuben-Presse investieren, um auch den letzten Rest aus der Zahnpastatube herauszubekommen.

▸ Sonstiges

  • Gebrauchte Kleidung:
    Wenn dringend neue Kleidung benötigt wird, bei gebrauchter Kleidung auf Flohmärkten oder Flohmarkt-Apps schauen und Schnäppchen schießen. Gleiches geht auch anders herum: Was man nicht mehr trägt, was aber dennoch in gutem Zustand ist, kann man verkaufen und sich ein paar kleine Einkünfte hinzuverdienen.
  • Fahrweise im Auto anpassen:
    Behutsamer anfahren und schalten, spart Sprit. Elektronik, die nicht für die eigene Sicherheit oder die Sicherheit anderer verantwortlich ist – wie beispielsweise das Radio oder die Klimaanlage – kann man abschalten. Perfekter Reifendruck sorgt für geringeren Widerstand beim Fahren und das spart Spritkosten. Also: Reifendruck prüfen und regelmäßig anpassen. (Achtung hierbei: Zu hoher Reifendruck kann auch gefährlich ein.) Unnötigen Ballast kann man einfach zuhause lassen. Und: Langsamer fahren. Bei kürzeren Strecken ist die Zeitersparnis durch 30 Stundenkilometer gering. Also kann man genauso gut 130 statt 160 fahren. das spart sehr viel Sprit – und ist besser fürs Auto. Auf lange Sicht kann man dadurch also vielleicht auch mögliche Reparaturkosten sparen. 
  • Dispokredit:
    Der Dispo des Kontos erleichtert vieles. Aber man sollte sich so weit wie es geht davon fernhalten. Die Dispo-Zinsen sind meist sehr hoch und summieren sich schnell auf. 
  • Staubsaugen:
    Staubsaugerbeutel sind meist eklig und man will sie schnell wieder los werden, aber wer sie ausleert und wiederverwendet kann Geld sparen. Stattdessen kann man jedoch auch einfach häufiger den Besen in die Hand nehmen. Das spart sogar Strom.
Strom sparen: Expertin gibt Tipps für den Alltag von Familien

Wie andere Menschen den Ärmeren helfen können

▸ Grundsätzliches

  • Kein Schamgefühl verbreiten:
    Erzählen, was man sich alles Tolles gekauft hat, oder immer wieder nach der finanziellen Situation zu fragen, löst bei Betroffenen ein Gefühl von Scham aus. Auch immer wieder finanzielle Unterstützung anzubieten, kann leider denselben Effekt haben. Statt Geld zu geben, lieber in Gutscheine oder direkt ins gemeinsame Mittagessen investieren.
  • Bei der Suche nach günstigeren Gas- und Stromverträgen helfen:
    Besonders für ältere Menschen oder Menschen, die sich damit nicht auskennen, kann das eine echte Hilfe sein.
  • Mit älteren Menschen gemeinsam einkaufen gehen, …
    … um beim Finden von Schnäppchen zu helfen – da Ältere oft ihre altbewährten Produkte kaufen, obwohl es vielleicht günstigeres gibt.

▸ Unterstützung

  • Stipendien und Bafög:
    Hilf jungen Menschen bei der Suche nach Stipendien oder beim Beantragen von Bafög.
  • Kinderbetreuung übernehmen:
    Damit die Eltern arbeiten gehen können.
  • Älteren oder Menschen ohne Internetzugang helfen:
    Damit sie solche Listen mit Spartipps oder günstige Online-Angebote finden können.

▸ Nahrung

  • Essen, das übrig ist, nicht wegschmeißen:
    Die Nachbar*innen freuen sich sicher über Essen, dass zu viel gekocht und deswegen übrig ist. Einfach anbieten und nachfragen.
  • Überschüssige Ernte …
    … aus dem eigenen Garten verschenken – geht auch super als Weihnachtsgeschenk.

▸ Spenden

  • Gebrauchte noch gute Kleidung an Bedürftige verschenken
  • Geld spenden
  • Essen verschenken
  • Bei gemeinsamen Ausflügen die Spritrechnung übernehmen
  • Freund*innen auf einen Kaffee oder ein Mittagessen einladen

Sparen, sparen, sparen

Diese Liste ist gewiss nicht vollständig, denn die Not macht bekanntlich kreativ. Hier sollen jedoch unkonventionelle und unkomplizierte kleinere Geldtipps zu finde sein, auf die man sonst im Internet nur selten stößt.

Weitere Tipps und Unterstützungen finden Sie hier:

Energie sparen, Klima schützen, Kosten senken

Tipps für das effiziente Heizen

Wenn das Geld knapp wird – 69 Tipps für schnelle Hilfe

Bildungskredit der KfW

Quellen: UnicumKrautreporter, Verbraucherzentrale, Verbraucherzentrale zu Backofen, br.de zu Wasserkochern, test.de zu Tees, Bundesregierung.de zum richtigen Heizen

Mehr zum Thema

Newsticker