SSV-Zwischenbilanz Händler zufrieden - Lager fast leer


Knapp eine Woche nach Beginn des vermutlich letzten Sommerschlussverkaufs (SSV) sind die meisten Einzelhändler in Deutschland zufrieden mit Kundenandrang und Absatz.

Die bisherige Bilanz dürfte stimmen: Knapp eine Woche nach Beginn des vermutlich letzten Sommerschlussverkaufs (SSV) sind die meisten Einzelhändler in Deutschland zufrieden mit Kundenandrang und Absatz. "Wir haben gut verdient. Ein Großteil der reduzierten Ware ist bereits komplett verkauft", sagte die Kieler C&A-Abteilungsleiterin Heike Blunck. Besonders Sommerkleidung wie T- Shirts und kurze Hosen, aber auch Bademode finden reißenden Absatz. Bei mehreren Kaufhäusern sind die alten Lagerbestände bereits fast vollständig geräumt. Der Einzelhandelsverband in Brandenburg sprach vom besten Schlussverkauf seit Jahren.

Samstag soll der Höhepunkt sein

Auch der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) ist zufrieden mit dem bisherigen Verlauf des SSV: "Der Schlussverkauf startete am Montag verheißungsvoll und setzte sich auf einem normalen Schlussverkaufsniveau fort", sagte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr. Nahezu alle Unternehmen hofften auf ein gutes bis sehr gutes Geschäft am verkaufslangen Samstag und erwarteten dann den Höhepunkt des SSV.

Preisnachlässe um bis zu 70 Prozent

Auf den Wühltischen und Bekleidungsständern sind nach wie vor Sonderangebote mit Preisnachlässen von 30 bis 70 Prozent zu finden. Bei der jungen Mode gelte das Motto: "Je kürzer, je knapper, je bauchfreier - desto besser", sagte eine Einzelhandelssprecherin in Hannover. Für die zweite SSV-Woche planen viele Kaufhäuser zusätzliche Rabatte. Vielerorts hoffen die Verkäufer dabei auf kühleres Wetter. "Dann gehen die Kunden nicht mehr an die Badeseen, sondern in die Geschäfte", sagte Eberhard Lucas vom Handelsverband Sachsen. Seit Mittwoch hätten steigende Temperaturen für weniger Kunden gesorgt.

Hamburg rechnet mit leichten Verlusten

Der Hamburger Einzelhandel rechnet deshalb und wegen der "sensationell" niedrigen Preise mit drei bis fünf Prozent Umsatzverlust im Vergleich zum Vorjahr, sagte Herwig Rollmann vom Einzelhandelverband Hamburg. Andere Länder werden der ihr Vorjahresergebnis erreichen, manche sogar steigern.

Händler wollen auf SSV nicht verzeichten

Unterdessen sprachen sich viele Händler für die Beibehaltung der traditionellen Schlussverkäufe aus. "Unsere Kunden sind daran gewöhnt, dass wir zwei Mal pro Jahr eine Bereinigung der Lager vornehmen", hieß es bei C&A. Nach HDE-Einschätzung sind Schlussverkäufe für den Handel ein "unverzichtbares" Instrument, um am Ende der Saison in einer gemeinsamen Aktion die Lager zu räumen. "In der ersten Woche des SSV haben die Verbraucher eindrucksvoll mit den Füßen für die Beibehaltung dieser nationalen Institution abgestimmt", sagte Pellengahr. Nach den Plänen der Bundesregierung soll die Schlussverkaufsregel demnächst aus dem Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) gestrichen werden.


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