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"Die Stunde Null" Wie sicher ist Busfahren? Daimler setzt auf Aktivfilter gegen das Virus

Busfahren
Wie sieht die Zukunft des Busfahrens aus?
© AnVr
Wie sicher ist der Linienbus? Was passiert bei Busreisen? Till Oberwörder, Chef der Daimler-Bussparte, gibt Einblicke in neue Aktivfilter und Oberflächen sowie neue Antriebe und die Zukunft der Mobilität.

Bis Corona kam, schien es ein lukrativer Markt zu sein: Busse wurden in den vergangenen Jahren im großen Stil bestellt. Im Reiseverkehr, weil neue Anbieter der Bahn Konkurrenz machten. In den Städten, weil diese in den Nahverkehr investierten und auf sparsamere Antriebe umstellten. Auch die Bussparte von Daimler profitierte von diesem Trend, 2019 wuchs der Absatz noch um sechs Prozent auf 32.600 Fahrzeuge.

Nun steht die Branche vor einem Loch, zumal die zweite Corona-Welle erst noch kommt. "Insgesamt ist der Markt rund 50 Prozent nach unten gegangen", sagt Till Oberwörder, Chef von Daimler Buses, in der neuen Folge des Podcasts "Die Stunde Null". Im zweiten Quartal war der Absatz der Bussparte um 63 Prozent eingebrochen. "Wir haben eine gewisse Achterbahnfahrt hinter uns." Vor allem bei Reisebussen sind die Bestellungen eingebrochen. Immerhin: Die öffentliche Hand schreibt weiter Aufträge für Linienbusse aus.

Es gibt nur ein Problem: Viele Menschen fürchten die Gefahr durch das Virus und meiden Busfahrten. Hersteller wie Daimler feilen deshalb an technischen Ideen und rüsten die Busse um. So werden Aktivfilter in der Belüftung eingebaut, sensorgesteuerte Spender liefern Desinfektionsmittel und Trennscheiben schützen die Fahrer. Oberwörders Botschaft: Busfahren ist sicher.

Zudem glaubt der Chef der Daimler-Sparte, dass Busse ohnehin sicherer sind als geschlossene Räume wie Büros: "Beim Linienbus öffnet sich im Abstand von ein paar Hundert Metern die Tür zum Ein- und Aussteigen, und dadurch wird automatisch die Luft ausgetauscht", sagt Oberwörder. Es sind diese Umstände, auf die er seine Hoffnung für die kommenden Monate baut, ebenso der Imagewandel der Busse durch den Ausbau des ÖPNV: "Busse haben ein bisschen Sex-Appeal gewonnen über die Jahre", sagt er. Bessere Fahrzeuge, aber auch neue Antriebstechnologien hätten das Image verändert.

Zeit, die Dinge neu zu sehen
Dieser Text ist Teil der Initiative "Zeit, die Dinge neu zu sehen" der Bertelsmann Content Alliance, zu der auch der Verlag Gruner+Jahr gehört, in dem der stern erscheint. Gemeinsam wollen wir dazu anregen, den Blick auf positive Aspekte der Veränderungen nach der Corona-Pandemie zu richten, neue Perspektiven einzunehmen und den aktuellen wie zukünftigen Herausforderungen gemeinsam zu begegnen. Mehr Informationen gibt es unter www.zeit-die-dinge-neu-zu-sehen.de.

Allerdings wird es für die Bussparte des Autobauers noch ein langer Weg zur Normalität. Viele Mitarbeiter sind nach wie vor in Kurzarbeit, die Bestellungen legen erst langsam wieder zu, und die Branche durchläuft einen Umbruch. Derzeit fahre man "auf Sicht", sagt Oberwörder. 

Hören Sie jetzt in der neuen Folge von "Die Stunde Null"

  • Warum es in Zukunft viele Wasserstoffbusse geben könnte
  • Wie Daimler an antiviralen Oberflächen forscht
  • Warum Daimler einen extra Corona-Aufkleber entwickelt hat. 

 Die neue Folge von "Die Stunde Null"  finden Sie direkt bei Audio NowApple oder Spotify oder via Google.

Capital

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