HOME

USA-Reise: Schröder wirbt für Deutschland

Bundeskanzler Schröder hat in den USA für Vertrauen in den Standort Deutschland und seinen Reformkurs geworben. Die Agenda 2010 bedeute eine "wirklich durchgreifende" Modernisierung.

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat in den USA für Vertrauen in den Standort Deutschland und seinen Reformkurs geworben. Die Agenda 2010 bedeute eine "wirklich durchgreifende" Modernisierung und sei ein Beitrag zur Stärkung Deutschlands und damit auch Europas, sagte er am Donnerstagabend anlässlich der Verleihung eines Preises für deutsch-amerikanische Verständigung an den langjährigen Citigroup-Chef Sanford Weill in New York.

In seiner Rede bekräftigte der Kanzler auch die Bedeutung der engen deutsch-amerikanischen Zusammenarbeit im Kampf gegen internationalen Terrorismus. "In dieser Auseinandersetzung gehören wir nahtlos zusammen und wir müssen sie gemeinsam gewinnen." Zuvor hatte Schröder die Terroranschläge in Istanbul aufs Schärfste verurteilt. Der verbrecherische Akt zeige, dass der Kampf gegen den Terror "entschieden und konsequent" fortgesetzt werden müsse.

Hohmann-Affäre kein Thema bei Treffen mit jüdischen Organisationen

Zum Auftakt seines zweitägigen Besuchs in New York war Schröder am Donnerstag mit Vertretern jüdischer Organisationen zusammengetroffen. Bei dem Gespräch sei es "in allgemeiner Form" auch um das Thema Antisemitismus gegangen, hieß es in der deutschen Delegation. Die Affäre um die als antisemitisch gewerteten Äußerungen des CDU-Politikers Martin Hohmann sei aber nicht angesprochen worden. Auch die umstrittene Beteiligung der Chemiefirma Degussa am Bau des Holocaust-Mahnmals in Berlin sei kein Thema gewesen.

Hinsichtlich des Nahost-Konflikts hätten die Vertreter der jüdischen Organisationen Schröder dazu aufgefordert, auf die europäischen Partner einzuwirken, "die israelische Position mehr zu verstehen und zu vertreten", hieß es in Regierungskreisen. An dem Treffen mit insgesamt 13 Vertretern jüdischer Organisationen nahm auch Außenminister Joschka Fischer teil, der zum Abschluss seiner viertägigen USA-Reise Station in New York machte.

Heute will sich Schröder mit 15 Chefs großer amerikanischer Unternehmen treffen, darunter Goldman Sachs, General Electric, Dow Chemical und die Walt Disney Company. Das Gespräch wurde vom Vorstandsvorsitzenden der Investmentbank Goldman Sachs, Henry Paulson, organisiert. Das Börsenkapital der bei dem Treffen vertretenen Unternehmen beträgt insgesamt mehr als eine Billion Dollar.