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Gigantisches Förderprojekt Wasserstoff marsch! Deutschland steckt Milliarden in die grüne Technologie

Peter Altmaier spricht in ein Mikrofon
Wirtschaftsminister Peter Altmaier ist sicher: "Wir sind dabei, bei Wasserstoff die Nummer eins in der Welt zu werden"
© Bernd von Jutrczenka/dpa Pool / DPA
Beim Thema Wasserstoff macht die Bundesregierung Tempo. Deutschland will die weltweite Nummer eins bei dieser Technologie werden − für den Klimaschutz.

Das Thema Wasserstoff steht derzeit ganz oben auf der Agenda der Bundesregierung. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat milliardenschwere Investitionen in dutzende Wasserstoff-Projekte angekündigt. Erklärtes Ziel ist dabei, den Klimaschutz zu forcieren. Zur Verfügung gestellt würden "über acht Milliarden Euro", sagte Altmaier am Freitag. Damit könnten in diesem Bereich weitere Investitionen "für ungefähr den vierfachen Betrag" ausgelöst und in den nächsten Jahren "viele Millionen Tonnen CO2" eingespart werden. 

Geld für Wasserstoff-Projekte sollen von Bund und Ländern gestemmt werden

Ein solches Vorhaben habe es "in dieser Größenordnung im industriepolitischen und klimapolitischen Bereich noch nicht gegeben", sagte Altmaier. "Wir sind dabei, bei Wasserstoff die Nummer eins in der Welt zu werden." Gefördert werden mit Bundes- und Landesmitteln sollen demnach insgesamt 62 Projekte im Rahmen eines sogenannten IPCEI im Wasserstoffbereich, also eines Vorhabens von gemeinsamem europäischen Interesse (Important Project of Common European Interest). 

"Wir machen damit einen großen Schritt auf dem Weg hin zur Klimaneutralität unserer Wirtschaft", fügte Altmaier hinzu. Besonders in der Stahl- und in der Chemieindustrie könnten durch die Wasserstoffprojekte jährlich mehrere Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Durch die europäische Initiative würden massive Investitionen auch von privaten Trägern in die Zukunftstechnologie angestoßen.

Altmaier hob hervor, dass in Europa die Kräfte für den Hochlauf der Technologie gebündelt werden sollten und "überall in der EU" sogenannter grüner Wasserstoff gefördert werden solle. Von grünem Wasserstoff wird gesprochen, wenn dieser mit Hilfe von erneuerbaren Energien gewonnen wird.

Noch ist Wasserstoff aufwändig in der Produktion – und teuer

Mit Blick auf den Verkehrsbereich erklärte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), dass dieser derzeit "noch zu mehr als 95 Prozent vom Einsatz fossiler Energien abhängig" sei. "Daher brauchen wir dringend Mobilität, die auf erneuerbare Energien setzt." 

Viele sagten, Wasserstoff sei "der Champagner unter den alternativen Kraftstoffen – viel zu teuer, viel zu knapp und viel zu aufwendig in der Herstellung", sagte Scheuer. "Wir sagen, das ist falsch." Wasserstoff werde stattdessen "als das Tafelwasser" gebraucht, vor allem für die Mobilität.

Von den insgesamt rund acht Milliarden Euro Fördergeld sollen rund 4,4 Milliarden Euro aus dem Etat des Bundeswirtschaftsministeriums kommen und 1,4 Milliarden Euro aus dem des Verkehrsministeriums. Die übrigen Fördermittel werden nach Angaben der Bundesregierung von den Bundesländern zur Verfügung gestellt. Insgesamt sollen so Investitionen in Höhe von 33 Milliarden Euro ausgelöst werden, davon über 20 Milliarden Euro von privaten Investoren.

anb AFP DPA

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