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Ratgeber Allergie

Im Teufelskreis von Jucken und Kratzen

Diagnose

Um herauszufinden, ob Sie oder Ihr Kind unter Neurodermitis leiden, wird der Arzt Sie zunächst ausführlich nach Ihrer Familie und nach Ihren Lebensumständen befragen. Er möchte unter anderem wissen, ob Sie unter massivem Juckreiz leiden, an welcher Stelle die Hautprobleme auftreten und wie oft die Schübe kommen, ob auch ein anderes Familienmitglied an dieser Krankheit leidet und ob Sie ein Haustier haben. Nach dem Gespräch wird der Arzt Sie oder Ihr Kind untersuchen. Er wird sich dabei besonders jene Stellen am Körper anschauen, an denen ein Ekzem sitzt.

Mit speziellen Allergietests prüft der Arzt anschließend, ob bei Ihnen oder Ihrem Kind eine Allergie vorliegt. Beim so genannten Pricktest tupft er verschiedene Tropfen auf den Unterarm, in denen sich jeweils Spuren verschiedener Allergieauslöser befinden: Birkenpollen, Katzenhaare, Kot von Hausstaubmilben, Chemikalien. Anschließend ritzt er die Haut unter den Tropfen leicht an. Das Ergebnis kann der Arzt nach etwa 20 Minuten sehen: An der entsprechenden Stelle sitzt eine rote Quaddel. Ein anderer Allergietest verzichtet auf Tropfen, stattdessen gibt es ein Pflaster auf die Haut. Das ist der so genannte Epikutan- oder Patchtest.

Mit einem Bluttest kann der Arzt feststellen, ob das Immunsystem überempfindlich reagiert. Dafür nimmt er Blut ab, die Probe schickt er ins Labor. Dort wird der so genannte IgE-Test durchgeführt: Die Laborantin sucht mit speziellen Methoden nach dem Immunglobulin E (IgE). Diesen Antikörper bildet das Immunsystem immer dann, wenn der Körper beispielsweise von Würmern befallen wird. Menschen mit einem sehr sensiblen Immunsystem haben aber auch ohne Parasitenproblem sehr viel IgE im Blut. Dieser Test eignet sich vor allem für kleine Kinder, denen Sie umfangreiche Tests an der Haut nicht zumuten wollen.

Doppelgänger der Neurodermitis: Ekzeme

Was wie Neurodermitis aussieht, kann auch etwas anderes sein. Je nach Alter des Patienten kommen verschiedene Erkrankungen in Betracht, die der Arzt ausschließen sollte, bevor er Neurodermitis diagnostiziert. Dazu gehören:

  • Das seborrhoische Ekzem: Es ähnelt dem Milchschorf. Auf der Haut bilden sich gelbliche, fettende Schuppen - meist an Kopf, Oberkörper und in den Achselhöhlen. Im Gegensatz zur Neurodermitis juckt dieses Ekzem meist nicht und es heilt oft ohne besonderes Zutun. Außerdem tritt es dieses Ekzem auch in der Windelregion auf - Neurodermitis nicht.
  • Das allergische Kontaktekzem: Die Betroffenen reagieren überempfindlich auf bestimmte Substanzen wie Nickel, Hausstaubmilben, Tierhaare oder Kosmetika.
  • Das toxisch-irritative Kontaktekzem: Dies entsteht, wenn die Haut länger oder immer wieder mit einer giftigen Substanz in Berührung kommt, etwa mit einem Lösungsmittel. Die so genannte "Windeldermatitis" bei Säuglingen zum Beispiel wird durch Ammoniak verursacht - ein Zellgift, das bei der Zersetzung des Harnstoffs im Urin entsteht.
  • Das kumulativ-toxisches Kontaktekzem: Hier trocknet die Haut aus, wenn sie zu oft mit Wasser in Kontakt kommt, etwa weil die Betroffenen sich häufig die Hände waschen müssen. Die Hände platzen auf, es bilden sich Risse und Verhornungen. Zu den Betroffenen zählen zum Beispiel Frisöre, Bäcker oder Pflegepersonal.
  • Eine Kombination verschiedener Kontaktekzeme: Wenn etwa die Haut bereits geschädigt ist, kann es leichter zu einer Sensibilisierung kommen, weil die Haut ihre Schutzfunktion nicht mehr ausüben kann. Betroffene, zum Beispiel Pflegepersonal, reagieren dann eher auf Allergene oder reizende Substanzen.
  • Die Krätze: Dann juckt es vor allem an den Handgelenken, in den Falten zwischen den Fingern oder Zehen, bei Erwachsenen oft auch im Genitalbereich.

Daneben gibt es weitere, zum Teil sehr seltene Varianten, die der Arzt abklären sollte.

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