Der Asphalt bebt, sobald ER aus der Garage rollt. Wenn das Donnergrollen SEINES Motors über Wälder und Berge hallt, versteckt sich das Wild im Dickicht der Niederungen und normale Fahrzeuge ducken sich in die Gosse, denn ER, der neue M5, ist die Stahl gewordene Krönung der Automobilbaukunst.

Bayern-Idyll: Herrgottswinkel und 507 PS© Gernot Kramper
Von außen fast eine normale Limousine, dafür mit den Fahrleistungen eines reinrassigen Sportwagens. Kein Mensch braucht so ein Auto, fast alle Männer wollen so ein Fahrzeug, und niemand, der so einen Wagen gefahren hat, hat es je bereut. Es folgt eine Lobeshymne: BMW bleibt beim neuen M5 zwei Traditionen treu: Understatement und vollständiger Alltagsnutzen inklusiver steuerlicher Absetzbarkeit als Dienstfahrzeug, wenn man es denn kann.
M5 – Ahnungslose denken, das sei ein aufgepowerter Fünfer, halt der Stärkste seiner Reihe. Wenn der Chef mit ihm durchs Werktor rollt, macht sich der Pförtner schon so seine Gedanken. Die Geschäfte gehen schlecht, sorgt sich der Arme, wenn sich der Alte schon keinen Siebener mehr leisten kann. Weder ahnt er, welche Leistungen der M5 auf die Fahrbahn drücken kann, noch vermutet er, welche Gegenleistungen der M5 vom Konto abzubuchen vermag. Optisch ist das "M" am Fünfer nämlich kaum zu erkennen: Hinten ein kleiner Schriftzug und die modifizierte Auspuffanlage, vorne ein wenig mehr Luftdurchlass, an den Seiten Kiemen und spezielle Rückspiegel. Also unterscheidet sich der M5 vom normalen Fünfer nur in Kleinigkeiten, ausgeliefert werden auf Kundenwunsch häufig getarnte Versionen: Ohne M Schild und mit Standard-Rückspiegeln, denn auffallen mit Breitspur und Spoilerprotz möchte der M5er-Fahrer nicht.

Dezente Unterschiede© Gernot Kramper
Wer fühlen will, wie der M5 durchstarten kann, muss es erstmal "Power" nachbestellen. Das Wörtchen "Power" steht auf einer kleinen Taste. Der M5 erwacht nämlich als Leistungsverweigerer. Urgemütlich bringt sich der 5-Liter-V10-Zylinder mit nur 400 PS Leistung in Stimmung. Vermutlich, damit man beim unbedachten Start nicht gleich die Garagenwand durchbricht. Wohlgemerkt, diese Anfahrstufe für den City-Stau entspricht der Höchstleistung des Vorgängers. Wird auf den Power-Knopf gedrückt, erwacht der Motor aus dem Dämmerschlaf: zehn Zylinder in V-Bauweise, fünf Liter Hubraum, 507 PS Leistung und 520 Nm Drehmoment und das Ganze bei Drehzahlen bis über die 8000 Grenze. Dem Vorwärtsdrang sind keine Grenzen gesetzt, der Wagen ist ein Tier. Beim Beschleunigen, auf der Autobahn und auf der Teststrecke auf dem Flughafen Fürstenfeldbruck oder beim Überholen auf der Landstraße: Der M5 kommt in jeder Lebenslage gewaltig zur Sache. Aber abgeregelt: Ab Tempo 270 auf dem Tacho und angeblichen 250 in Wirklichkeit fährt der Wagen in die Regelfalle. Dann fühlt es sich an, als sei man in eine Wand aus Marshmallows geraten. Trotz aller Resthirn-Vernunft will man unwillkürlich weinen, das ist "soo schaaade"! Denn bis zum Leistungsknick steckt gehörig Druck hinter der Beschleunigung. Ohne Abregelung und auch ohne weitere Tuning-Maßnahmen würde der M5 zu einer Spitzengeschwindigkeit von 318 km/h auflaufen So aber muss sich er sich - dem Bayerngott sei es geklagt - womöglich von einem murkeligen AMG oder Audi verheizen lassen.
Tecnische Daten Hubraum: 4.999 ccm
Leistung: 507 PS
Drehmoment: 520 Nm
Von 0 auf 100: 4,7 s
Höchstgeschw.: 250 km/h
Verbrauch: 14,8 Liter
Preis: 86.200 Euro