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Putins Superpanzer bekommt Monster-Kanone und Tarnkappen-Farbe

Für den T-14 Armata wird Russland eine Kanone im Kaliber 152 Millimeter entwickeln. Ihre Geschosse sollen Gegner einfach wegblasen. Dazu gibt es eine Tarnkappen-Beschichtung, die den Panzer unsichtbar macht. Sagt der Kreml.

  Der T-14 Armata wurde auf der 1. Mai Parade 2015 weltweit vorgestellt. 

Der T-14 Armata wurde auf der 1. Mai Parade 2015 weltweit vorgestellt. 

Auf der Parade am 1. Mai im letzten Jahr war Russlands neuer Super-Panzer Armata der Star . Nach dem ersten Schock wurde es im Westen still um den gepanzerten Giganten, der nicht weniger erreichen will, als alle andere Panzer der Welt zu deklassieren. Das war auch kein Wunder. Denn die Modelle, die 2015 über den Roten Platz ratterten, waren frühe Prototypen. Vorserienmodelle, die teilweise roh von Hand zusammengeschweißt wurden. Ob Waffen und Elektronik an Bord überhaupt funktionierten, weiß kein Außenstehender. Dass Motoren-Öl noch leckte, konnte man an den Rauchfahnen sehen, die einzelne Panzer hinter sich herzogen. Reine Showmodelle waren es aber auch nicht, denn nach der Premiere wurden sie auf Übungsplätzen erprobt, wie das eingebettete Video zeigt.

Nun kündigte der Chef des Herstellers Uralvagonzavod, Vyacheslav Khalitov an, weitere 20 Panzer auszuliefern. "Dieses Los umfasst mehr als 20 Fahrzeuge. Unsere interne Erprobung der Prototypen wird uns helfen, Probleme aufzuspüren. Danach werden sie an die Armee übergeben und unter verschiedenen Klimabedingungen getestet. Das wird in den Jahren 2016 bis 2017 stattfinden." 2017 müsste auch die Serienfertigung beginnen, wenn die Truppe im Jahr 2020 schon wie angekündigt 2300 T-14  benutzen soll.

  Kreml-Chef Putin besichtigt die Produktion des T-14. Bei diesem Trip kündigte er den Einsatz in Syrien an.

Kreml-Chef Putin besichtigt die Produktion des T-14. Bei diesem Trip kündigte er den Einsatz in Syrien an.

In dem Interview mit dem Radiosender Russian News Service deutete Khalitov zudem an, dass für den T-14 Armata wahrscheinlich eine schwere Kanone entwickelt wird. Vorgestellt wurde bislang eine Hauptwaffe mit Kaliber 125 mm, deren Leistungsdaten alle existierenden Kanonen in den Schatten stellen. Die wird aber vermutlich nicht die Hauptwaffe des geplanten deutsch-französischen Leopard III übertrumpfen. 

Nun denkt man in Russland an eine Kanone mit Kaliber 152 mm. "Ein 152-Millimeter-Kaliber ist sehr effektiv und es benötigt keine Spezialmunition, um mit der Panzerung fertig zu werden", so Khalitov. "Ein 152-Millimeter-Projektil hat genug kinetische Energie, um einen Geschützturm einfach wegzublasen. Das ist eine vielversprechende Richtung."

Mehr Wumms durch riesige Projektile

Hintergrund dieser Überlegungen ist die rasante Entwicklung bei der Panzerung der Tanks. Die klassischen Kaliber versuchen, eine bessere Penetration mit einem Geschoss zu erreichen, dessen Kern aus extrem schwerem und hartem Metall besteht. Die Bundeswehr setzt dabei auf Wolfram, viele andere Staaten - so auch Russland und die USA - aber auf abgereichertes Uran. Derzeit soll die Wolfram-Munition der Leopard-II-Kampfpanzer nicht mehr in der Lage sein, die Panzerung eines russischen T-90 zu durchbrechen. Und auch die Möglichkeiten der Uran-Munition sind begrenzt. Ihr Einsatz ist ohnehin umstritten – um es milde auszudrücken –, weil radioaktive Partikel den Einsatzort dauerhaft verstrahlen.

Diese Probleme würde die russische Monsterkanone auf einen Schlag lösen, weil ihr riesiges Geschoss einen getroffenen Panzer einfach umwerfen würde. Der Bau einer solchen Kanone wäre jedoch eine große Herausforderung, weil das größere Geschoss zumindest auf die gleiche Geschwindigkeit wie kleinere Kaliber beschleunigt werden muss, um die erwünschte Wirkung zu erzielen. An diesem Problem ist der Bau so großer Panzerkanonen bislang gescheitert.  

Stealth durch Beschichtung

Neben den schon bekannten Technologien verriet Khalitov Einzelheiten über den vierstufigen Schutz des Panzers. Ihm zufolge gehöre dazu auch eine Art von Tarnkappen-Beschichtung, die den Panzer unsichtbar mache. Allerdings wird der T-14 nicht wie im Märchen vor den Augen verschwinden. Die Beschichtung soll es Zielerfassungssystemen unmöglich machen, den T-14 ins Visier zu nehmen. Sie soll gleichzeitig optische Sensoren und Radar täuschen können. Selbst das Anmessen mittels Infrarotstrahlung soll unmöglich werden. Inwieweit das tatsächlich funktioniert, kann kaum beurteilt werden. Russische Staatsmedien zeigen allerdings bereits Bilder von der Erprobung des Materials. Auch im Bereich der Kampflugzeuge tauchen immer wieder Meldungen auf, die darauf hindeuten, dass Russland daran arbeite, seine Jets auch durch spezielle Oberflächen unsichtbar machen zu wollen. 

Schnäppchenpreise angekündigt

Russlands Super-Panzer soll sehr schnell in den Export gehen, um Devisen in die Kreml-Kassen zu bringen. Schon im Herbst 2015 wurden Schnäppchen-Preise genannt. Der Hersteller trat damit Gerüchten entgegen, dass der T-14 sehr viel teurer als geplant werde. Genannt wurde ein Preis von 250 Millionen Rubeln. Nach dem aktuellen sehr schwachen Wechselkurs wären das 3,1 Millionen Euro. Westliche Modelle wie der aktuelle Leopard oder M1 Abrahams kosten zwischen 7 und 9 Millionen Euro. Etwaige Nachfolger, die dem T-14 gewachsen sind, wären noch teurer. 

 

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