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24. Mai 2011, 14:54 Uhr

Finger weg von Billigheimern

Stiftung Warentest und ADAC haben Kindersitze untersucht. Das Ergebnis ist positiv – solange man bei den bekannten Markenprodukten bleibt. Wer auf günstige Nischenprodukte ausweicht, muss mit Schadstoffen und miserabler Sicherheit rechnen.

Es ist eine Preisfrage: Die Kindersitze von bekannten Markenherstellern haben bei einem Test zumeist gut abgeschnitten, auch wenn die Spitzenote "sehr gut" nur einmal vergeben wurde. Für jede Altersstufe können Stiftung Warentest und ADAC sichere, praktische und schadstofffreie Autokindersitze empfehlen. Die Note "sehr gut" erreichte aber nur der Testsieger, der Baby-Safe plus SHR II von Römer mit Isofixbasis für 320 Euro. Für Kinder bis 18 Kilogramm Gewicht schnitten zwei Modelle von HTS Besafe X3 Isofix "gut" ab: der iZi Kid und der iZi Comfort. Der Kiddy Guardian Pro 2 ist für Kinder von 9 bis 36 Kilogramm zu empfehlen. Der beste und günstigste "gute" Sitz in der Gewichtsklasse 15 bis 36 Kilogramm ist der Cybex Solution X2-fix für 165 Euro.

Generell lässt sich sagen: Ein "Gut" im Test erreichten fast nur Sitze mit Isofix-Befestigung. Dieses Befestigungssystem wurde erstmals 1997 vorgestellt. Durch eine Schiene wird der Kindersitz direkt mit der Karosserie verbunden. Das ist nicht nur besonders sicher, sondern man vermeidet auch Verletzungen durch die falsche Führung von Befestigungsgurten. Doch nicht jeder Isofix-Sitz passt in jede Befestigung. Listen geben Auskunft über passende Kombinationen von Sitzen und Autos. Außerdem wichtig zu wissen: Nicht alle Wagen verfügen überhaupt über eine Isofix-Halterung.

Auch echte Ausrutscher im Angebot

Insgesamt schnitten 15 von 21 Sitzen im Test der Siftung Warentest "gut" ab, vier waren "befriedigend", einer war "ausreichend". Ergänzend zur Stiftung Warentest testete der ADAC weitere Nischenprodukte, die in Deutschland angeboten werden, und fand mehr Ausreißer nach unten. Der ADAC warnt vor fünf "mangelhaften" Modellen, die unsicher sind. Zwei davon - Phil & Teds TottXT und Brevi Oki bfix - waren außerdem noch mit Schadstoffen belastet. "Sicher können Kinder in diesen Sitzen nicht transportiert werden", so der Automobilclub. In der Auswertung der Stiftung Warentest tauchen die vom ADAC bemängelten Modelle allerdings nicht auf, weil sich die Stiftung auf 21 häufig verkaufte Produkte "mit Marktbedeutung" konzentrierte.

Aufgeschreckt durch frühere Tests von Spielzeug, Laufrädern, Hochstühlen oder Kinderwagen, suchten die Tester erstmals auch bei Autokindersitzen nach Schadstoffen in Bezugsstoffen, Haltegurten, Sitz- und Gurtpolstern. Die Mehrzahl der Sitze ist jedoch unbedenklich. Haben die Tester nur geringe Schadstoffmengen nachgewiesen, konnte der Kindersitz bei entsprechenden Noten in Unfallsicherheit und Handhabung, Ergonomie immer noch ein gutes Gesamturteil erreichen. So zum Beispiel der Cruiserfix pro von Kiddy, bei dem etwas Formaldehyd im Bezug nachgewiesen wurde. Die Tester raten, den Bezug vor der ersten Benutzung zu waschen. Damit lasse sich der Gehalt von Formaldehyd deutlich vermindern.

In der Regel müssen Eltern für ihr Kind im Laufe der ersten zwölf Lebensjahre drei Autokindersitze kaufen. Billig ist Sicherheit also nicht. Es ist aber möglich, von einer ausreichend großen Babyschale direkt auf einen der mitwachsenden Kindersitze zu wechseln. Zu empfehlen sind hierfür der Kiddy Guardian Pro 2 und Cybex Pallas 2-fix.

kra/DPA/AFP
 
 
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