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28. Dezember 2010, 17:34 Uhr

Heißluft-Guido und die tote Eule

Nichts als heiße Luft vom FDP-Chef und eine Eule, die bei der ARD von einem Reissack erschlagen wird: Hacker haben mehrere Websites gekapert und kurzzeitig umdekoriert. Wer hinter den Attacken steckt, ist unklar - eine der Manipulationen verweist aber auf den Kongress des Chaos Computer Clubs.

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Kurzzeitig umgestaltet: Die Seite www.fdp-shop.de© Screenshot DPA

Am Dienstag bekamen die Besucher des Online-Ladens www.fdp-shop.de folgendes zu sehen: Das Bild eines Handtrockners mit dem Text: "Rede von Guido Westerwelle? hier drücken". Ein Logo weist darauf hin, dass die Urheber beim Kongress des Chaos Computer Clubs (CCC) in Berlin weilen. Die Hacker nahmen zahlreiche andere Websites ins Visier - einen Überblick bietet ein öffentlich einsehbarer Wiki.

Wer das Online-Portal "DasErste.de" angegriffen hat, ist dagegen unbekannt. Hacker veröffentlichten dort Montagabend eine Nonsens-Meldung. Die Ursache für den Tod einer Eule im Kölner Dom sei geklärt, hieß es in der vermeintlichen Eilmeldung, die für etwa eine Viertelstunde auf der Seite der ARD stand. Gottes Zorn habe einen Reissack zum Umfallen gebracht, der wiederum die Eule erschlagen habe, war unter der Überschrift "Verseuchtes Paket im Kölner Dom gefunden" weiter zu lesen.

Ratlosigkeit bei der ARD

"Wir hatten keine Bekennerschreiben, es gibt keine Spuren irgendwohin", sagte die stellvertretende Redaktionsleiterin des Online-Portals, Susanne Solau, am Dienstag in München. Techniker seien die ganze Nacht damit beschäftigt gewesen, die Sicherheitslücke zu schließen und herauszufinden, wer auf welchem Wege die Meldung ins Netz gestellt hatte. "Wenn es Profis waren, und davon gehen wir aus, ist es sehr schwierig, sie zu finden", sagte Solau. Solche Angriffe seien aber selten. Die Sicherheitsvorkehrungen würden nun verschärft.

Die manipulierte Seite des FDP-Shops war schnell wieder offline. Betrieben wird der Laden nicht von der Partei, sondern von der Firma GMK-Werbemittel in Bremen. Mitinhaber Jörg von Groeling-Müller bezeichnete den Hack als "geschäftsschädigend", eine Anzeige behalte man sich vor. Ob Kundendaten kopiert worden seien, könne er derzeit nicht sagen.

Die Hacker auf dem CCC-Kongress pflegen eine eigene Website, auf der sie ihre erfolgreichen Manipulationen dokumentieren und mögliche Angriffsziele nennen. Aufgezählt sind unter anderem Portale der CDU, der österreichischen Partei FPÖ und der rechtsgerichteten Jungen Nationaldemokraten Baden-Württemberg.

be/DPA
 
 
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