23. Oktober 2012, 13:05 Uhr

Samsung dementiert Display-Lieferstopp

Jahrelang waren Apple und Samsung Partner, doch der Patentkonflikt ufert aus. Eine Zeitung berichtete, dass in iPad und iPhone bald keine Samsung-Displays mehr eingebaut werden. Nun das Dementi.

iPad, iPad Mini, iMac, Mac Mini, Apple. Tim Cook

iPhone 5: Samsung weitete den weltweiten Patentkrieg mit Apple bereits mit einem Angriff auf das neue Gerät in den USA aus©

Dass der erbitterte Patentstreit zwischen den einstigen Partner Apple und Samsung in voller Härte tobt, ist bekannt. Eine Zeitung hatte gemeldet, dass der Bruch vollzogen werde: Der südkoreanische Konzern wolle keine Displays für Apple-Geräte wie iPad und iPhone mehr liefern, berichtete die "Korea Times" am Montag. Der langjährige Vertrag werde aufgelöst, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Im kommenden Jahr würden die Lieferungen eingestellt. Inzwischen hat Samsung den Bericht offiziell dementiert. Die Meldung, man werde ab 2012 keine Displays mehr an Apple ausliefern, sei "hunderprozentig falsch", so das Unternehmen. Wie ein Sprecher zum IT-Portal CNet sagte, habe "Samsung nie versucht, die Versorgung von Apple mit LCD-Displays einzustellen."

Die Trennung sei bereits eingeleitet worden, hieß es in dem Bericht der "Korea Times": Im dritten Quartal habe Samsung nur noch etwa 3 Millionen Bildschirme am Apple geliefert gegenüber geschätzten 15 Millionen im ersten Halbjahr 2012. im Schlussquartal sollen es demnach nur noch 1,5 Millionen sein. Apple greife stärker auf seinen bisher zweitgrößten Bildschirm-Zulieferer LG Display sowie den relativ neuen Partner Sharp zurück. In dem kleineren iPad-Modell, das wahrscheinlich am Dienstag vorgestellt wird, würden gar keine Samsung-Displays mehr zum Einsatz kommen, schrieb die "Korea Times" weiter.

Apple und Samsung bekämpfen sich nahezu weltweit in einem ausufernden Patentkrieg. Apple wirft den Südkoreanern vor, seine iPhones und iPads kopiert zu haben. Samsung führt technische Patente etwa für den Funkstandard UMTS ins Feld. Im Sommer erzielte Apple einen großen Sieg in Kalifornien, wo Geschworene dem US-Konzern mindestens 1,05 Milliarden Dollar Schadenersatz zusprachen. Die Entscheidung ist allerdings noch nicht endgültig bestätigt worden und Samsung versucht, sie zu kippen. Die langjährige Partnerschaft - Samsung ist für Apple unter anderem auch ein führender Chip-Zulieferer - machten den Patentstreit noch problematischer.

Samsung beantragte, Apples Geschmacksmuster zu löschen

In Deutschland - einem zentralen Schauplatz des Konflikts - legte das Düsseldorfer Landgericht ein Verfahren gegen mehrere Smartphone-Modelle von Samsung auf Eis. Apple hatte geklagt, weil der iPhone-Hersteller wie schon bei Tablet-Computern geschützte Design-Muster verletzt sah. Ursprünglich wollte das Gericht die Sache an diesem Dienstag verhandeln. Das Verfahren sei aber auf unbestimmte Zeit vertagt worden, um eine Entscheidung des Europäischen Markenamts im spanischen Alicante abzuwarten, sagte ein Gerichtssprecher.

Samsung beantragte in Alicante, die Apple-Geschmacksmuster zu löschen. Sollte das Markenamt dem nachkommen, wäre die Klage in Düsseldorf hinfällig. Apple und Samsung haben sich in den vergangenen Monaten bereits mehrfach in Düsseldorf vor Gericht gegenübergestanden. Der Prozess-Reigen in Düsseldorf ist Teil eines weltweiten Konflikts zwischen der beiden führenden Smartphone-Hersteller.

Update: Der Artikel wurde um Samsungs Dementi erweitert.

san/jar/DPA
 
 
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