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16. März 2010, 10:32 Uhr

Anschließen und verschlüsseln

Netbooks sind praktisch und leicht - auch für Diebe. Wer seinen tragbaren Computer sichern will, sollte ihn wie ein Fahrrad anschließen. Und ist es zu spät, sollte man es den Dieben so schwer wie möglich machen.

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Schutz vor Gelegenheitsdieben: das Kensington-Lock© Kensington

Netbooks eignen sich bestens für den Einsatz unterwegs. Doch auf einer Messe oder in der Bahn kann das gute Stück schon mal verloren gehen. Oder der Rechner wird geklaut.

Der materielle Verlust ist zu verschmerzen - schwerer wiegt die Gefahr, dass womöglich Fremde Zugriff auf die Daten bekommen. Als Gegenmaßnahme kommen ein mechanisches Schloss und verschiedene elektronische Lösungen infrage.

Um auf dem Netbook gespeicherte Daten im Diebstahlfall zu schützen, gibt es im Prinzip drei Möglichkeiten: die Verschlüsselung, Bios- und Windows-Passwörter sowie spezielle Anti-Diebstahl-Software. Passwörter allein seien jedoch nicht unbedingt sicher, erklärt Christian Wölbert von der Computerzeitschrift "c't": "Diebe können Windows-Passwörter zum Beispiel durch Neuinstallation des Betriebssystems oder mit Hilfe einer Live-CD umgehen." Auch Bios-Passwörter ließen sich relativ leicht zurücksetzen. Baut der Dieb die Festplatte aus, könne er ebenfalls auf die Daten zugreifen.

Software ist nicht die beste Lösung

Auch Anti-Diebstahl-Software sei nicht die beste Lösung, sagt Wölbert. Sie schütze nur, falls der Dieb mit dem Gerät ins Internet geht. Dann besteht die Möglichkeit, die Festplatte aus der Ferne zu sperren oder zu löschen. Geht der Dieb nicht ins Netz, könne der Besitzer nichts machen. "Die Verschlüsselung ist die einzige wasserdichte Methode": Ein anerkannt sicheres Programm sei zum Beispiel das kostenlose "TrueCrypt".

Für Privatanwender gebe es eine ganze Reihe von Verschlüsselungslösungen, sagt Sascha Pfeiffer vom IT- und Datensicherheitsunternehmen Sophos mit Sitz in Mainz. Die Palette reicht von Dateipackern mit einfachem Passwortschutz für einzelne Dateien oder Verzeichnisse über kostenpflichtige Verschlüsselungsprodukte bis hin zu kostenlosen Open-Source-Lösungen. "Letztere bieten zwar einen verlässlichen Schutz, eignen sich aber vor allem für technisch versierte Nutzer."

Grundsätzlich sollte immer die gesamte Festplatte verschlüsselt werden - nicht nur einzelne Ordner oder Dateien, rät Wölbert. Ansonsten könne es passieren, dass ein Dieb an anderer Stelle Kopien findet - zum Beispiel in temporären Dateien. Letztlich ist eine Verschlüsselung nur so gut wie das selbst gewählte Passwort. Es sollte möglichst lang und kompliziert sein.

Ein Schloss gegen Gelegenheitsdiebe

Um Gelegenheitsdiebe bereits am schnellen Mitnehmen des Netbooks zu hindern, helfen mechanische Schlösser wie das "Kensington Lock" des Anbieters Kensington Technology. Der Sicherheitsmechanismus hat zwei Komponenten: den Sicherheits-Slot, der sich an fast allen Net- und Notebooks befindet, und das Kabel mit Schloss, erklärt Stephen Hoare von Kensington. Um das Gerät zu sichern, müsse der Besitzer das Kabel um einen unbeweglichen Gegenstand legen, in den Slot stecken und den Schlüssel umdrehen.

"Die Gehäusewand des Netbooks sollte an der Innenseite zusätzlich mit einer Metalleinlage verstärkt sein", empfiehlt Hoare. Ansonsten lässt sich das Kabel unter Umständen leicht herausreißen. Deshalb könne die mechanische Sicherung immer nur einen ersten Schutz gegen Diebstahl bieten. Am Ende ist nur auf der sicheren Seite, wer die komplette Festplatte seines Netbooks verschlüsselt und mit einem ausreichend komplizierten und langen Passwort gesichert hat.

Ein gestohlenes Netbook wiederfinden

Es gibt Software, die das Aufspüren gestohlener Rechner ermöglichen soll. Dazu zählen zum Beispiel "FailSafe" von Phoenix Technologies und "LoJack" von Absolute Software. Das Prinzip sei bei beiden Programmen gleich, sagt Christian Wölbert von der Computerzeitschrift "c't". Allerdings unterschieden sie sich in den einzelnen Funktionen. Dem LoJack-Kunden werde zum Beispiel keine Karte mit Gerätestandorten angezeigt, und die IP-Adresse bleibt verborgen. Nur das "Recovery Team" des Herstellers und die Polizei bekämen diese Informationen nach einem Diebstahl. Ein Problem besteht generell: "Lässt der Dieb das Gerät nicht ans Netz, können keine Informationen übertragen werden." Die Erfolgschance hänge also vom Verhalten des Diebes ab.

Lesen Sie auch bei unserem Partner pcwelt.de: Vergleichstest – Die besten Netbooks

Philipp Laage/DPA
 
 
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